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22.06.2020

Projekt zu Viren im Trink- oder Grundwasser

Können Viren auch ins Trink- oder Grundwasser gelangen? Über die Ausscheidungen von Menschen und Tieren und den Abwasserpfad? Um Risiken einschätzen zu können und Trinkwasserversorgern mehr Entscheidungshilfen zu geben, wann ein Risikofall vorliegt, erforschen Wissenschaftler der TU Berlin gemeinsam mit Kollegen der Universität Wien sowie der Stadtwerke Düsseldorf und dem Unternehmen VisDat geodatentechnologie Gmbh im Projekt „Transport von Viren bei der Uferfiltration” das Transportverhalten verschiedener Viren- und Bakterienarten im Grundwasser. Studien haben gezeigt, dass Kläranlagen Viren oft nur unzureichend entfernen können, sodass sie zum Beispiel im Rhein gemessen wurden. Unter günstigen Umweltbedingungen ist das Rückhaltevermögen des Untergrunds jedoch hoch genug, und in Kombination mit effektiver Trinkwasseraufbereitung ist es sehr unwahrscheinlich, dass pathogene Mengen an Viren bis in das Trinkwasser gelangen. Die Berliner Forscher analysieren das Transportverhalten der Pathogene im Grundwasser. Basis ist das Wissen, dass die Virenanzahl im Grundwasser mit der Zeit abnimmt. Sie werden am Untergrundmaterial zurückgehalten und durch verschiedene bio- und geochemische Prozesse zerstört. Dennoch können sie über mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre, am Untergrundmaterial anhaften und weiterhin infektiös, quasi ‚schlafend‘ verweilen. Um den Virentransport unter „Quasi-in-situ”-Bedingungen auf der natürlichen Feldskala zu untersuchen, wurden im Projekt ein Jahr lang Grundwasserproben zwischen Rhein und dem Wasserwerk Flehe, Düsseldorf, genommen und unter anderem auf Adenoviren untersucht. Ergänzende Laborexperimente untersuchten den Einfluss der Temperatur, der Redox-Bedingungen und der Sättigung auf den Virentransport unter kontrollierten Laborbedingungen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Viren im Rhein zwar messbar sind, jedoch nur in geringen Konzentrationen, und dass das Rückhaltevermögen des Untergrunds gegen Viren dafür hoch genug ist. Aktuell wird der Transport von Viren mittels numerischer reaktiver Transportmodelle analysiert.

Weiterführende Links
Projekt-Website

Webcode: 20200622_001