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23.03.2020

Grundwasserstände und Talsperren-Pegel in NRW weitestgehend erholt

In Nordrhein-Westfalen haben sich sowohl die Grundwasserstände als auch die Pegel der Talsperren in den letzten Wochen weitestgehend erholt. Allein im Februar dieses Jahres hat es nach Informationen des Landesumweltamtes (LANUV) etwa zweieinhalbmal so viel geregnet wie sonst im Februar üblich. Im März fiel bereits in der ersten Monatshälfte so viel Niederschlag wie - laut langjährigem Mittel - sonst im gesamten Monat. Die Bodenfeuchte und der Grundwasserspiegel haben sich dadurch in den meisten Regionen wieder gut erholt, die Talsperren sind wieder gut gefüllt. Trotzdem gibt es immer noch Bereiche in Nordrhein-Westfalen, in denen der viele Regen die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer noch nicht ausgleichen konnte. Wasserwirtschaftlich betrachtet waren nach den Analysen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Sommerhalbjahre 2018 und 2019 im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich zu trocken und zu warm, wie insgesamt auch die 2010er Dekade. Aktuell ist in den oberen Bodenschichten aber keine Trockenheit zu beobachten - im Gegenteil. Großflächig herrschen in den Oberböden fast gesättigte Zustände. Dies führte unter anderem zu erhöhten Wasserständen in den Fließgewässern bis hin zu ersten Hochwässern, beispielsweise am Rhein. In den tieferen Bodenschichten kommt der viele Regen des vergangenen Monats aufgrund der geringen Sickergeschwindigkeit aber erst verzögert an. So weist der „Dürremonitor” des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) für die Kölner und die Westfälische Bucht in Teilen zwar noch zu trockene Regionen aus, jedoch hat sich die Situation im Vergleich zum Sommer 2019 wieder deutlich verbessert. In den anderen Regionen Nordrhein-Westfalens sind die Bodenfeuchteverhältnisse inzwischen wieder vergleichbar mit denen zu Beginn der Dürreperiode vor zwei Jahren im März 2018. Nicht nur der Boden war in den letzten zwei Jahren viel zu trocken, auch die Grundwasserstände waren über lange Perioden deutlich zu niedrig. Dazu haben nicht nur der fehlende Regen, sondern auch die mit der Hitze verstärkte Verdunstung und der hohe Wasserbedarf geführt. Von April bis November 2018 fielen in Nordrhein-Westfalen etwa 250 Liter pro Quadratmeter weniger Regen als durchschnittlich. Die lange und heiße Trockenperiode im vergangenen Jahr verstärkte die Auswirkungen insbesondere auf Böden und Grundwasser. Das Niederschlagsdefizit wuchs in Summe auf mehr als 280 Liter pro Quadratmeter an. In der Folge lagen im September 2019 rund 95 Prozent der Grundwasserstände unterhalb dessen, was in einem September üblicherweise gemessen wird. Die erheblichen Regenfälle im Februar und März diesen Jahres führten aber zu einer Auffüllung der Grundwasserstände, so dass das sich Defizit im Schnitt um fast 50Prozent reduziert hat (verbleibendes Defizit von rund 150 Liter pro Quadratmeter). Etwa zwei Drittel der Messstellen weisen höhere Stände auf als im Februar 2019. Allerdings liegen noch mehr als 75 Prozent der Grundwasserstände unter den Ständen von Februar 2018. Auch für die Talsperrenbetreiber in Nordrhein-Westfalen hat sich die Situation entspannt. Sie haben durch die entsprechende Bewirtschaftung der Zuflussmengen die Füllstände in den Speichern teils bis an die saisonal zulässigen maximalen Stauinhalte gebracht. In Verbindung mit der verbesserten Bodenfeuchtesituation ist die Situation der Talsperren jetzt vergleichbar mit Anfang 2018. Aber der Mangel an Niederschlägen und die Niedrigstände in Flüssen und Bächen hatten nicht nur Auswirkungen auf die Wassermenge in Talsperren. Die heiße, niederschlagsarme Zeit der Sommermonate 2018 und 2019 hatte auch massive ökologische Auswirkungen. Besonders kleinere Gewässer waren in den beiden Sommern komplett ausgetrocknet, so dass vielen Wasserlebewesen die Lebensgrundlage entzogen war. Das LANUV hat solche Gewässer in einem Sondermonitoring untersucht. Ausgewählt wurden zwölf Gewässer im Mittelgebirge und zehn im Tiefland in Nordrhein-Westfalen. Dabei ergab sich im Trend im Tiefland eine deutliche Verschlechterung des ökologischen Zustands der untersuchten Gewässer. Im Mittelgebirge konnte hingegen keine Verschlechterung festgestellt werden. Allerdings wurde auch dort der Rückgang besonders empfindlicher Arten festgestellt, während sich invasive Arten weiterverbreiten konnten.

Webcode: 20200323_001