Anzeige


08.01.2020

Nanomedizin: Risiken für die Umwelt werden untersucht

Nanopartikel, die als Träger für Medikamente erforscht werden, könnten in Zukunft ihren Weg in Gewässer, Erdreich und die Luft finden. Forscher der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs-und Forschungsanstalt) ergründen mögliche Risiken. Das Team ist unter anderem am internationalen Forschungs- und Innovationsprojekt BIORIMA beteiligt. Das interdisziplinär angelegte Projekt erarbeitet das Risikomanagement von Nanobiomaterialien für Mensch und Umwelt und wird von Horizon2020, dem Forschungs- und Innovationförderprogramm der EU unterstützt. Die Nanomedizin meldet in der letzten Zeit vielversprechende Erfolge mit neuen Medikamenten. Mit Nano-Diamanten überwinden Mediziner die Blut-Hirn-Schranke, und mit Gold-Nanopartikeln kämpfen sie gegen Krebs. Erste Lücken hat das Team um Bernd Nowack bereits vor einiger Zeit geschlossen, als es das Risiko von Nano-Goldpartikeln in der Umwelt abschätzte. „Derzeit kann man davon ausgehen, dass Nano-Gold in medizinischen Anwendungen keine Probleme verursacht”, so der Forscher. In der neuen Studie analysierte Nowacks Team nun weitere Nanomaterialien, die in der Medizin eingesetzt werden. Interessant sind Partikel zwischen 1 und 100 Nanometern Größe, weil sie verhältnismäßig leicht herzustellen sind und beispielsweise für medizinische Bildgebungsverfahren, antimikrobielle Beschichtungen oder für die Arzneimittelfreisetzung eingesetzt werden können. Für Nano-Chitosan, ein Abkömmling eines natürlich vorkommenden Vielfachzuckers, der im Panzer von Krustentieren enthalten ist und die Wundheilung unterstützt, stellte sich heraus, dass Chitosan in seiner herkömmlichen Form, sobald es ins Süßwasser gelangt, stärker giftig auf Wasser-Mikroorganismen wirkt als in seiner Nano-Form. Das Nano-Polymer PAN und das mineralische HAP schnitten sogar noch günstiger ab. „”Diese Substanzen sind im Wasser quasi als nicht toxisch einzustufen”, so Nowack. Anders sieht es allerdings für Nano-Silber aus, das in der Medizin für seinen antibakteriellen Effekt geschätzt wird.

Nanopartikel aus Eisen und Silber unter dem Mikroskop. Eine "Blüte" ist rund 100 Nanometer klein. (Bild: L. Driencourt CSEM / M. Schönenberger Nano Imaging Lab, SNI / Universität Basel, nachkoloriert)

Weiterführende Links
https://www.biorima.eu

Webcode: 20200108_002