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28.11.2019

Wärme aus Abwasser zum Heizen nutzen

Ziel von Forschern der TU Kaiserslautern ist es, die Effizienz der konventionellen Abwasserwärmenutzung deutlich zu steigern, indem auch bislang ungenutzte industrielle und gewerbliche Abwärme Verwendung findet, beispielsweise aus der Produktion von Glas, Aluminium- und Stahlerzeugnissen. Sie arbeiten an einem Ansatz, bei dem bisher ungenutzte industrielle beziehungsweise gewerbliche Abwärme gezielt auf das Abwasser übertragen, in der bestehenden Kanalisation „stromabwärts” transportiert und schließlich genutzt wird. Studien zufolge könnten so ca. 27 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Deutschland abgedeckt werden, so Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer (Lehrgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Kaiserslautern). Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR. Interessant ist das Verfahren beispielsweise für Städte und Kommunen, in denen es industrielle Produktionsstätten gibt, die Abwärme erzeugen. Bei der Erschließung von neuen Wohngebieten könnte die neue Form der Wärmeversorgung etwa von Anfang an eingeplant werden. Die Kaiserslauterer Forscher arbeiten im Projekt unter anderem mit der Innovatherm GmbH (Klärschlammverbrennung), dem Trianel Kohlekraftwerk Lünen und der Aurubis AG (Kupferrecycling) zusammen, bei denen Abwärme anfällt. Nutzer sind in diesem Fall eine Behindertenwerkstatt der Caritas in Lünen und eine Liegenschaft des dortigen Bauvereins. Auf ihren Webseiten stellen die Forscher eine Berechnungssoftware zur Verfügung, mit der sich interessierte Gemeinden schnell einen Überblick verschaffen können, ob das Verfahren auch bei ihnen in Frage kommt. Das Projekt „InnoA2 - Innovative Abwasserwärmenutzung durch Wärmeverteilung über die Kanalisation” wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In der ersten Projektphase haben die Kaiserslauterer Wissenschaftler gemeinsam mit ihren Projektpartnern zunächst die technische und rechtliche Machbarkeit ihres Verfahrens überprüft und passende Akteure gesucht. Aktuell bereitet das Team zusammen mit einem Ingenieurbüro die Umsetzung in einem Pilotprojekt in Lünen vor. Ende 2020 sollen die Arbeiten soweit abgeschlossen sein, dass im Anschluss die bauliche Realisierung erfolgen kann.

V. l. n. r.: Philipp Müller, Karsten Körkemeyer und Andreas Glöckner befassen sich mit der neuen Heiztechnik (Foto: Koziel/TUK)

Prof. Dr. Karsten Körkemeyer, Lehrgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Kaiserslautern; Tel. 06 31/205-3467

karsten.koerkemeyer@bauing.uni-kl.de

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