Anzeige


24.04.2019

Weniger Lachgas mit Comammox-Bakterien

Die erst im Jahr 2015 entdeckten Comammox-Bakterien setzen viel weniger Lachgas frei als andere Stickstoffdünger-umsetzende Mikroben. Das hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Holger Daims und Michael Wagner von der Universität Wien herausgefunden. Lachgas hat ein fast 300-mal höheres Treibhausgaspotenzial als Kohlendioxid. Diese Bakterien sind somit von großem Interesse für eine umweltverträglichere Landwirtschaft wie auch die Abwasserreinigung. Comammox-Bakterien wandeln Ammonium ganz allein zu Nitrat um - andere Mikroben sind dazu auf Arbeitsteilung angewiesen, in der jeder Partner nur einen der zwei Schritte der Nitrifikation durchführt. Selbst unter sauerstoffarmen Bedingungen erzeugen sie kein Lachgas. Lachgas entsteht nur durch chemische Reaktionen aus Hydroxylamin, einer Substanz, die Comammox-Bakterien in ihre Umgebung abgeben. „Wenn es gelingt, gezielt das Wachstum von Comammox-Bakterien an Stelle der anderen Nitrifikanten zu fördern, lassen sich die Lachgas-Emissionen in Böden und Kläranlagen vielleicht vermindern. Aber dafür muss noch Forschungsarbeit geleistet werden.”, so die Forscher der Universität Wien. Die Studie über Comammox-Bakterien wurde von den Wiener Wissenschaftlern gemeinsam mit Kooperationspartnern in Deutschland und Kanada durchgeführt.

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Zell-Aggregats von Comammox-Bakterien der Art Nitrospira inopinata. (Bild: Anne Daebeler und Stefano Romano)

Prof. Dipl.-Biol. Dr. Holger Daims, Prof. Dipl.-Biol. Dr. Michael Wagner, Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft der Universität Wien

daims@microbial-ecology.net

Weiterführende Links
Originalveröffentlichung (kostenloser Download)

Webcode: 20190424_004