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14.07.2021

Förderung für zwei Forschungsprojekte zu Mikroplastik

Um den Nachweis von Mikroplastik und sein Vorkommen in der Lahn geht es in zwei Forschungsprojekten an der Universität Marburg, die vom Land Hessen im Rahmen der neuen Förderlinie „LOEWE-Exploration” mit insgesamt 500 000 Euro gefördert werden. Dr. Marina Gerhard aus dem Fachbereich Physik bringt Mikroplastikteilchen mit UV-Licht zum Leuchten und erforscht, wie genau man mit dieser relativ kostengünstigen Messmethode Mikroplastik nachweisen kann. Das Projekt heißt „Identifikation von Mikroplastik mit Photolumineszenz-Anregungsspektroskopie” und wird für zwei Jahre gefördert. „Der große Vorteil von Lumineszenzmessungen liegt darin, dass sie technisch nicht so anspruchsvoll sind wie bislang etablierte Verfahren zur Untersuchung von Mikroplastik. Sie liefern uns aber andererseits auch nicht immer ganz eindeutige Ergebnisse in Bezug auf die Materialsorte. Die Herausforderung dieses Projekts besteht also darin, die Methode so weiterzuentwickeln, dass sie materialspezifische Details sichtbar macht”, sagt Marina Gerhard. Prof. Dr. Peter Lenz und Prof. Dr. Martin Koch aus dem Fachbereich Physik erforschen die Herkunft von Mikroplastik in der Lahn. Ihr Projekt heißt „Entwicklung eines Modells zur Simulation von Stoffströmen im Bereich Mikroplastik”. Das Projekt will einerseits die Zersetzung von Kunststoffpartikeln und andererseits die Verteilung von Mikroplastik in der Umwelt im Computer simulieren und experimentellen Daten und Messungen gegenüberstellen. Konkret soll der Zerkleinerungsprozess von acht verschiedenen Basispolymeren in Laborexperimenten untersucht und die Mikroplastikbelastung in der Lahn über eine Länge von 30 Kilometern ermittelt werden. Sollte die Modellbildung erfolgreich sein, wäre das der erste Schritt zu einem Vorhersagesystem hinsichtlich der zu erwartenden Belastung der Umwelt mit Mikroplastik.

Mikroplastik – wie das Mikroplastikteilchen auf der Fingerkuppe – gerät über verschiedene Wege in die Umwelt, zum Beispiel durch Kosmetika oder durch die Zersetzung von Plastikmüll. (Foto: Martin Koch)

Webcode: 20210714_005