Anzeige


01.03.2021

Naturnahe Ufer in Ästuaren entwickeln

Im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) untersuchen die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) derzeit gemeinsam, wie an den Seeschifffahrtsstraßen durch naturnahe Bauweisen die Anforderungen an einen stabilen Schutz der Ufer vor Wellen- und Strömungsbelastungen mit den ökologischen Zielen, naturnahe Ufer zu entwickeln, in Einklang gebracht werden können. Diese Untersuchungen erweitern die bereits seit vielen Jahren laufenden Untersuchungen an den Binnenschifffahrtsstraßen. In der Vergangenheit wurden die in Deutschland als Wasserstraßen genutzten Gewässer teilweise stark verändert, beispielsweise durch Vertiefung und Begradigung von Fahrrinnen, durch Abschneiden von Altarmen sowie durch Stabilisierung von Uferlinien mittels technischer Ufersicherungen, wie zum Beispiel Deckwerke aus Schüttsteinen oder Spundwände. Diese Entwicklungen haben den ökologischen Zustand der Gewässer und ihrer Ufer beeinträchtigt. Insbesondere für die durch Ebbe und Flut geprägten Ufer in den Flussmündungsgebieten (Ästuare) der Nordsee haben technische Ufersicherungen einen Verlust an morphologischer Dynamik zur Folge, der sich auf die Vielfalt der Lebensräume und damit auf die dort lebenden Pflanzen- und Tiergesellschaften auswirkt. Mittelfristiges Ziel von BAW und BfG ist es, den WSV-Dienststellen Planungs- und Bemessungsgrundlagen für technisch-biologische Ufersicherungen an den Ästuaren in Form von praktischen Handlungshilfen zur Verfügung zu stellen. Hierzu sind vertiefte Untersuchungen an den bereits realisierten Maßnahmen geplant. Darauf aufbauend sollen weitere Teststrecken eingerichtet werden, an denen Belastungsgrößen, Stabilitätsparameter sowie ökologische Wirkungen erfasst und ausgewertet werden. Aufwendiges technisches und ökologisches Monitoring an bestehenden und geplanten Maßnahmen sollen die Datengrundlage weiter verbessern. Schließlich soll das gesammelte Wissen für ausgewählte Maßnahmentypen in Kennblättern münden.

Webcode: 20210301_003