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08.02.2021

Darlehen für das Wasserwirtschaftsunternehmen der Region Wallonie zum Schutz der Wasserressourcen und für Biodiversität

Die Europäische Investitionsbank (EIB) vergibt 4,5 Millionen Euro an die Société Publique de Gestion de l’Eau (SPGE), das Wasserwirtschaftsunternehmen der belgischen Region Wallonie. Die Mittel sind für Projekte bestimmt, die Flusseinzugsgebiete wieder zu intakten Habitaten machen und so die Biodiversität fördern. Das Darlehen soll der SPGE insbesondere helfen, gemeinsam mit weiteren Akteuren vor Ort die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Flussperlmuschel wieder in den Flüssen und Bächen der Wallonie ansiedeln kann. Eine erste Serie von Projekten sieht dazu naturbasierte Lösungen für die Abwasserreinigung vor. Ziel ist es, einen sehr guten Zustand der Gewässer zu erreichen und die Rückkehr der Perlmuschel und der Bachmuschel sowie ihrer Wirte, verschiedene Fischarten, zu fördern. Beide Natura 2000-Arten sind derzeit aufgrund der schlechten Wasserqualität bestimmter Flüsse bedroht oder nahezu ausgestorben. Die schlechte Qualität der Fließgewässer ist nach Angaben der EIB auf die Einleitung ungeklärter häuslicher Abwässer und den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln zurückzuführen. Eine zweite Serie von Projekten soll die Flusseinzugsgebiete unterhalb der Kläranlagen und somit die Wasserqualität der Flüsse und der entsprechenden Ökosysteme schützen. Es handelt sich dabei um Maßnahmen wie den Schutz der Wasserfassung, um den schädlichen Nitrateintrag zu verringern, ein ökologisches Weidemanagement, die Anlage von besonders artenreichen Wiesen und die Ausdehnung der Uferbereiche durch die Einrichtung natürlicher Becken und Teiche, damit die Flüsse weniger oft über die Ufer treten. Das Darlehen der EIB folgt auf eine Finanzierung vom März 2020 mit der SPGE über 150 Millionen Euro für die Modernisierung ihrer Abwasseranlagen. Die EIB und die wallonische Betreibergesellschaft arbeiten bereits seit 2004 zusammen.

Die Perlmuschel: Bioindikator und Schirmart für den Gewässer- und Artenschutz (Foto: R. Cors/SPWARNE-DEMNA)

Webcode: 20210208_001