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22.12.2020

Globale Niederschlagsveränderungen infolge des Klimawandels zu erwarten

Die Erderwärmung wird zur Folge haben, dass sich die atmosphärische Zirkulation global verändert und sich nach und nach ein ähnlicher Modus wie vor 5000 bis 10 000 Jahren einstellen wird. Wissenschaftler der Universität Mainz haben erforscht, wie sich regionale Klimasysteme seit Beginn der jetzigen Warmzeit vor gut 10 000 Jahren verändert haben und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind. Basis sind die Niederschlagszeitreihen von verschiedenen Klimaarchiven. So konnten die Sommerniederschläge in den Monsungebieten in Afrika und Südamerika präzise rekonstruiert und diese mit Niederschlagsveränderungen in den nördlichen Breiten verglichen werden. Anschließend konnte diese Daten zu Temperaturveränderungen in Relation gesetzt werden. Durch die unterschiedlich starke Erwärmung der Erde am Äquator und an den Polen infolge der Verteilung der Sonneneinstrahlung kommt es zu einem Temperaturgefälle, das vereinfacht gesagt dazu führt, dass die atmosphärische Zirkulation Energie in Richtung der Pole transportiert. Veränderungen dieses Temperaturunterschieds durch Variationen der Sonneneinstrahlung beeinflussen im Gegenzug die atmosphärische Zirkulation und in weiterer Folge regionale Niederschlagsmuster. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat insbesondere die Frage angetrieben, ob man aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen kann. Durch die aktuelle globale Erwärmung der Erde verringert sich das Temperaturgefälle zwischen dem Äquator und den Polen - vor allem, weil sich die Erwärmung an den Polen besonders stark auswirkt. Dies kann die Westwinde in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel abschwächen, einen schwächeren südamerikanischen Monsun und einen stärkeren afrikanischen Monsun bewirken, während gleichzeitig die Niederschläge in der Sommerregenzone Südostafrikas zurückgehen. In der Folge werden sich regionale Niederschlagsmuster verändern und können so Wasserknappheit auf der einen Seite und Überschwemmungen auf der anderen Seite verursachen. Die Originalarbeit ist erschienen in Nature Communications 11:5447, 28. Oktober 2020 (DOI:10.1038/s41467-020-19021-38).

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Webcode: 20201222_001