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09.06.2020

Ein Drittel weniger Niederschlag im Ruhreinzugsgebiet

Der Frühling 2020 war im Einzugsgebiet der Ruhr durch eine außergewöhnlich starke Trockenheit geprägt. Das haben die Auswertungen des Ruhrverbands ergeben. Zwar wies der März, vor allem bedingt durch die nasse erste Monatshälfte, noch einen Niederschlagsüberschuss von neun Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel auf, doch dafür fielen im April 62 Prozent und im Mai sogar 69 Prozent weniger Regen als gewöhnlich. Insgesamt kam der Frühling 2020 im Einzugsgebiet der Ruhr auf 134 Millimeter Niederschlag - 40 Prozent weniger als im Durchschnitt. Noch weniger Niederschlag in einem Frühjahr hatte es an der Ruhr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1927 erst vier Mal gegeben. Aufgrund der Trockenheit war am Pegel Villigst bereits Anfang April und an der Mündung Ende April Zuschusspflicht aus den Talsperren erforderlich. Seit Einführung des Ruhrverbandsgesetzes in der Fassung von 1990 hat nur das Jahr 2011 in den beiden Monaten April und Mai eine noch höhere Anzahl zuschusspflichtiger Tage verzeichnet. Die vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr wurden im Frühjahr 2020 jederzeit eingehalten. Der Gesamtfüllstand aller Talsperren, der am Ende des meteorologischen Winters (am 29. Februar 2020) bei 92,7 Prozent gelegen hatte, stieg im vergleichsweise nassen März weiter an und erreichte Anfang April mit gut 96 Prozent seinen bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Danach setzte aufgrund der erforderlichen höheren Talsperrenabgaben ein nahezu kontinuierlicher Rückgang des Füllstands bis auf knapp 88 Prozent am 31. Mai ein. Damit waren Ende Mai rund 17 Millionen Kubikmeter weniger Wasser in den Talsperren gespeichert als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres; gegenüber dem langjährigen Mittel für die Jahreszeit waren es zwei Prozent weniger. Trotzdem ist das Talsperrensystem für eine mögliche witterungsbedingte Fortsetzung der Zuschusspflicht gut gerüstet.

Webcode: 20200609_001