KORRESPONDENZ WASSERWIRTSCHAFT 5|26 19. Jahrgang · Nr. 5 Mai 2026 · 77157 WASSER · BODEN · NATUR Unsere IFAT-Aktion: Im Mai Regelwerk-Abo abschließen und das Grundpaket geschenkt bekommen Sie sparen bis zu 1.650,50 € © magdal3na / Fotolia Schwerpunkt: Ökolandbau II / IFAT Interview zur DWA-Lernwelt Seite 242 DWA-Gewässerentwicklungspreis Seite 245 Junge DWA Seite 255 Ökolandbau und Trinkwasserschutz Seite 257 Ökologische Grünlandflächen Seite 261 Nitratminderung durch Ökolandbau Seite 267 Leipziger Wasserwerke fördern Ökolandbau Seite 279 NEW Niederrhein-Wasser: Wassergewinnung Viersen Seite 282
DWA-Stände Eingangshalle West (EWE.1) Halle B2 (B2.127) Atrium rund 100 Vorträge über 20 Themen 7 Aktionsflächen 4 Lösungstouren WaterStage von DVGW & DWA Networking Area Junge DWA Knowledge Center mit Medienangeboten der DWA Live Podcast in Halle B2 www.dwa.info/ifatprogramm www.dwa.info/waterstage Unser Programm auf der IFAT Programm WaterStage www.dwa.info/ifat Vier Tage Wissen & Entertainment: Unser Programm auf der IFAT 4. – 7. Mai 2026, IFAT München World University Challenge World Water Skills Water Skills Germany Young Water Professionals Programme © Christian Schwier - stock.adobe.com Ansprechpartnerin Programm: Sabrina Prentzel: +49 2242 872-116 | prentzeldwa.de Ansprechpartner Ausstellung: Raphael Rindfleisch +49 2242 872-247 | rindfleischdwa.de und auf www.dwa.info/ifat © Alex Fettich © Alex Fettich © Alex Fettich Hörerlebnis mal anders: Unsere Podcastfolgen in einem ungewohnten Ambiente in der Eingangshalle West. Lassen Sie sich überraschen!
Editorial 233 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/Zeitschriften IFAT Munich: Ruhe vor dem Sturm sammenhänge zwischen Ökolandbau und Gewässerschutz. Hier kommen besonders Wassergütewirtschaft, Grundwasser und Trinkwasserressourcen ins Spiel. In weiteren fünf Beiträgen werden in Fortführung von der letzten Ausgabe die unterschiedlichen Aspekte beleuchtet – in Summe eine sehr gute Übersicht über ein Thema, das es immer wieder auch in die allgemeinen Publikumsmedien schafft. Wer zur IFAT Munich fährt: Genießen Sie den Messebetrieb, die Eindrücke, Kulissen, Kontakt zu Fachkolleginnen und -kollegen. Begutachten Sie Maschinen, untersuchen sie auch einmal haptisch und freuen sich über die Entwicklung und den Stand der Technik. Wer nicht auf der IFAT ist: Der Mai und der Frühling haben auch ohne Messe schöne Seiten, zum Beispiel in der Natur am Wasser. senschaftlich ausgebildet und tätig oder mit kaufmännischem und juristischem Hintergrund an Investitionen beteiligt. Für sie ist diese Messe- und Kongressveranstaltung also überaus interessant. Schließlich geht es um Wasser, um das eine Wasser. Schaut man die Beträge an, die in Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Überflutungen investiert werden – etwa in der Rubrik „Spektrum“ in der KW oder auf der von der Redaktion gestalteten Website www.gfa-news.de –, dann erkennt man, dass hier tatsächlich auch finanziell viel bewegt wird. Die IFAT ist nicht alles, auch wenn sie – alle zwei Jahre – sehr wichtig ist. Ein Thema derzeit immer wieder ist unverändert die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie. Neu seit der letzten Ausgabe der KW: Der Bundesrat hat sich mit der Richtlinie beschäftigt, stimmte gegen eine Überarbeitung und setzt sich auch nicht für ein „Stop-the-clock-Verfahren“ ein, um ausreichend Zeit für eine grundlegende Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie zu schaffen. Weiteres Aktuelles kann man dem Heft entnehmen, besonders wie gesagt der Rubrik „Spektrum“, und der Website www.gfa-news.de. Hier gibt es wie üblich unmittelbar praktisch nützliche Hinweise, wie jetzt zum Beispiel Änderungen beim Einsatz von Rodentiziden ab Juli, und auch Informationen zu langfristig-strategischen Angelegenheiten wie eine Beteiligungsplattform der Regierung zur Nationalen Wasserstrategie oder einfach nur Informatives, etwa welche Maßnahmen zur Wiedervernässung von Mooren neu beginnen oder was es Neues bei der Renaturierung in den bisherigen Braunkohlerevieren gibt. Vertieftes Wissen liefern die Fachbeiträge, in diesem Heft geht es weiter um die ZuAuch wenn die IFAT nicht alles ist in der Wasserwirtschaft und als das Entscheidende für viele von uns das „Tagesgeschäft“ an erster Stelle steht: Aktuell herrscht Ruhe vor dem Sturm. Die Vorbereitungen auf die IFAT Anfang Mai in München laufen auf Hochtouren oder sind idealerweise abgeschlossen, und die entsprechenden Prozesse, Programme, letzten Schritte zu Messeauftritten laufen einfach „wie von allein“, bis dieser weltwichtigste Branchentreffpunkt der Umwelt-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft seine Tore öffnet. Wie üblich ist die DWA mit einem umfangreichen Programm vor Ort. Eine ausführliche und aktuelle Darstellung gibt im Internet: www.dwa. de/ifat, wo man auch einen Zugang zu kostenlosen Eintrittskarten zum Messegelände, zur IFAT, findet. Dass die IFAT mit ihren Schwerpunkten für etliche Leserinnen und Leser der KW Korrespondenz Wasserwirtschaft mit ihren Hauptinteressen in Gebieten wie Hydrologie und Landschaftswasserhaushalt nicht das wichtigste Ereignis ist, mag auf einem anderen Blatt stehen. Abere es gibt Überschneidungen und Berührungen, etwa wenn es um Starkregen, urbane Sturzfluten, wasserbewusste Stadtentwicklung und ähnlich geht. Auch wenn die IFAT gerade als „Branchentreffpunkt“ bezeichnet wurde, im Kern ist sie eine Messe, die weltweite Leitmesse ihrer Branche, auf der Unternehmen ihre Innovationen oder auch gut etablierten und weiterentwickelten, optimierten, Produkte und Dienstleistungen vorstellen, Geschäfte anbahnen und letztlich verkaufen wollen, wobei der Verkaufsprozess oft nicht auf der Messe vor Ort stattfindet. Ein Großteil der Leserinnen und Leser der DWA-Zeitschriften KA einschließlich Betriebs-Info und KW ist technisch-naturwis- Frank Bringewski
w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/KW 234 Beiträge in KA Korrespondenz Abwasser, Abfall 5/2026 | Schwerpunkt: IFAT Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe SR-2.5 „Anforderungen und Grundsätze der Entsorgungssicherheit“: Berücksichtigung des niederschlagsbedingten Fremdwasseranfalls nach DWA-A 118 J. Koltermann da Silva, B. Burrichter, M. Quirmbach, A. Niemann: Prototyp für ein KI-basiertes Warnsystem vor Starkregen und urbanen Sturzfluten in Echtzeit. Ergebnisse aus dem KIWaSuS-Projekt M. Ahnert, I. Hobus, J. Alex, T. Morck: Simulationsbasierte Bewertung der Auswirkungen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie auf die Stickstoffelimination kommunaler Kläranlagen J. Frank, S. Metzger, C. Locher, A. Nahrstedt, S. Schölzel, V. Kohlgrüber, S. Bitterwolf: Betriebserfahrungen zu kontinuierlich betriebenen GAK-Filtersystemen J. Amonat, S. Böttger, S. Lies, F. Ruscheinski, K. Schwartze, L. Tennhardt, N. Troll: Strategisches Anlagenmanagement in der Wasserwirtschaft. Von der Intuition zum datenbasierten Handeln Inhalt Editorial IFAT Munich: Ruhe vor dem Sturm . . . . . . . . . . . ............. 233 Frank Bringewski Interview Bildung neu denken: die DWA-Lernwelt . . . . . . . . . .......... 242 Berichte Donau-Ursprung und Obere Diemel gewinnen DWA-Gewässerentwicklungspreis 2026 Auszeichnung für herausragende wasserwirtschaftliche Projekte . . . . . . . . . . . . . .............. 245 Wasser.Welt.Wandel DWA-Landesverbandstagung Bayern in Lindau . . . . . . ....... 247 Frank Bringewski PFAS und andere Spurenstoffe im Abwasser Konferenz zu innovativen Lösungen in Berlin . . . . . . ........ 252 Vanessa Ingold (Magdeburg), Lotta Lehti (Turku, Finnland), Jens Tränckner, Alena Seidenfaden (Rostock) Junge DWA Junge DWA startet mit klarem Fokus und starken Initiativen ins Jahr 2026 . . . . . . . . . . ............ 255 Elke Uhe Ökolandbau und Gewässerschutz Schutz der Trinkwasserressourcen durch Ökolandbau . . .... 257 Daniel Petry (Bonn) Wasserschutzaspekte des Ökolandbaus in verschiedenen Produktionsrichtungen: Grünland . . . . ...... 261 Frank Eulenstein, Axel Behrendt (Müncheberg), Ralf Loges (Kiel), Manfred Kayser, Martin Komainda, Johannes Isselstein (Göttingen) Grundwasserschutz im Ökologischen Landbau: Acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . 267 Jürgen Heß (Witzenhausen), Pascal Gerbaulet (Münster), Annette Fier (Hannover), Christina Aue (Brake) Leipziger Wasserwerke fördern wasserschutzgerechten ökologischen Landbau (Wassergut Canitz) . . . . . . . .......... 279 Caroline Golatowski (Leipzig) NEW NiederrheinWasser GmbH: Wassergewinnung im Wassereinzugsgebiet Viersen . . . . . . . . . . . . .............. 282 Roland Schindler (Nettetal) DWA Fachgremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...................... 284 Regelwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................ 285 Landesverbände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..................... 289 Beide Verbandszeitschriften – KA und KW – auch online lesen: https://www.dwadirekt.de 5|26 Newsletter aus der Redaktion der DWA-Zeitschriften Im Umfeld der Wasserwirtschaft passiert mehr, als in den DWAZeitschriften KA und KW gedruckt werden kann. Aktuelle Nachrichten, vor Erscheinen der Zeitschriften, bekommt man auf der Website www.gfa-news.de, die von der Redaktion betreut wird. Dort kann man auch einen E-Mail-Newsletter abonnieren, der in der Regel alle zwei Wochen montags verschickt wird.
w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/Zeitschriften 235 Rubriken Spektrum �����������������������������������������������������������������������������������236 Impressum ���������������������������������������������������������������������������������250 Personalien ���������������������������������������������������������������������������������289 Stellenmarkt �������������������������������������������������������������������������������291 Ingenieurbüros �������������������������������������������������������������������������291 Beilagenhinweis ��������������������������������������������������������������244 KW 6/2026 Anzeigenschluss: 12. Mai 2026 Erscheinungstermin: 3. Juni 2026 KW 7/2026 Anzeigenschluss: 9. Juni 2026 Erscheinungstermin: 2. Juli 2026 Abonnieren Sie den monatlichen Themenplan kostenlos auf www.dwa.info/ThemenKW Korrespondenz Wasserwirtschaft Wasserbewusste Siedlungsentwicklung 5 Jahre nach der Flut im Ahrtal Seite 242 Die DWA hat mit der digitalen Lernwelt ihr Bildungsangebot weiterentwickelt. Die Plattform ergänzt Veranstaltungen durch interaktive E-LearningFormate, eine Mediathek und persönliche Lernbiografien. Unterlagen und Zertifikate stehen zentral digital zur Verfügung. Ziel ist ein effizienteres, praxisnahes und modernes berufsbegleitendes Lernen. Seite 279 Die Leipziger Wasserwerke sichern ihr Trinkwasser durch vorsorgenden Grundwasserschutz im Osten Leipzigs. Eine zentrale Maßnahme ist die ökologische Bewirtschaftung im Trinkwasserschutzgebiet, insbesondere durch die Wassergut Canitz GmbH. Zusätzlich werden Landwirte über eine auf dem N-Bilanzüberschuss basierende Ausgleichsregelung einbezogen, um Nährstoffüberschüsse gezielt zu reduzieren. Seite 245 Die DWA zeichnete am Weltwassertag, dem 22. März, die Low- Budget-Renaturierung der Oberen Diemel und die Revitalisierung des Donau-Ursprungs mit dem Gewässerentwicklungspreis 2026 aus. Der zweite Platz geht ins Eger- und Röslautal für den Verbund von Gewässer und Auen und die damit verbundene Steigerung der Artenvielfalt. Foto: Pixabay.com/krystianwin Seite 261 In Deutschland werden knapp 32 % der landwirtschaftlichen Nutzungsfläche als Grasland bewirtschaftet. Von der im Jahr 2020 insgesamt 1,6 Mio. ha großen ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche entfallen 834.177 ha auf Dauergrünland sowie 238.364 ha auf Acker- beziehungsweise Kleegras. Im ökologischen Landbau besitzt das Dauergrünland damit einen Flächenanteil von >60 % an der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Landschaftsbild und Erholungsfunktion Wildkrautunterdrückung durch Beschattung, Schnitt & Konkurrenz Refugium für Nutzinsekten und Feldhasen, Futter für Feldhasen, Bienenweide Humusakkumulation durch Blatt- und Wurzelmasse Verhinderung der Nährstoffauswaschung Verbesserung der räumlichen und chemischen Nährstoffverfügbarkeit Lieferung von wirtschaftseigenem Grundfutter Verbesserung der Bodenstruktur durch Beschattung und Durchwurzelung Schutz vor Wind- und Wassererosion N2-Fixierung durch Knöllchenbakterien Unterbodenlockerung durch tiefreichende Pfahlwurzel Nährstoffmobilisierung aus dem Unterboden Lieferung von Substrat für Cut-and-Carry Systeme © J. Heß Seite 267 Der ökologische Acker- und Pflanzenbau weist eine hohe Zielkonformität mit den Anforderungen des Gewässerschutzes auf. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit von Stickstoff und Phosphor besteht ein starkes Eigeninteresse an deren effizienter Nutzung. Chemischsynthetische Pflanzenschutzmittel sind weitgehend ausgeschlossen, wodurch Belastungen des Grundwassers minimiert werden. Der Kupfereinsatz sowie der Einsatz von Tierarzneimitteln unterliegen strengen Restriktionen. Seite 282 Im Wassereinzugsgebiet Viersen führten intensive Acker- und Viehwirtschaft zu erhöhten Nitratbelastungen des Grundwassers. Durch Flächenaufkauf und Verpachtung an einen Biolandbetrieb senkte die NEW Niederrhein-Wasser GmbH Nmin-Rückstände und Nitratkonzentrationen im Sickerwasser. Langjährige Messungen belegen die wirksame Grundwasserentlastung ökologisch bewirtschafteter Flächen.
Spektrum 236 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/KW den e. V. (BVB), der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG), dem deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und der DWA unter dem Titel „Effektiver Landschaftswasserhaushalt – Der Boden entscheidet mit!“ veröffentlicht hat. Angesichts zunehmender Trockenheit und häufiger Starkregenereignisse mit Hochwassergefahr sind der Schutz und die Wiederherstellung des Landschaftswasserhaushalts mehr denn je erforderlich. Das Positionspapier benennt die aktuellen Probleme und weist Handlungsempfehlungen zur besseren Verteilung und zum Halten von Wasser in der Landschaft aus. Im besonderen Fokus steht dabei das Handlungsfeld Boden. Download: https://www.umweltbundesamt.de/ publikationen/effektiver-landschaftswasserhaushalt w Leitfaden zur Entsiegelung von Böden veröffentlicht Unter dem Titel „Entsiegelung in der Klimaanpassung – Leitfaden Teil B: Erfassung, Bewertung, praktische Umsetzung“ hat das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) jetzt seinen GeoBericht 53 veröffentlicht. Er ergänzt den grundlagenorientierten GeoBericht 52 und stellt unter anderem Methoden zur Erfassung der Flächenversiegelung vor, beschreibt Ansätze zur Identifizierung und Bewertung von Entsiegelungspotenzialen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und analysiert beispielhaft ökologische sowie monetäre Effekte von Entsiegelungsmaßnahmen. Ergänzt wird der Bericht durch Steckbriefe bereits umgesetzter Entsiegelungsprojekte sowie durch praktische Arbeitshilfen, die Kommunen bei der Planung und Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen unterstützen sollen. Download: https://nibis.lbeg.de/doi/DOI. aspx?doi=10.48476/geober_53_2026 w Entsiegelungs-Wettbewerb abpflastern: Saison 2026 gestartet Vom 21. März bis zum 31. Oktober 2026 läuft die diesjährige, zweite, Saison des Entsiegelungs-Wettbewerbs abpflastern. abpflastern wird von Studierenden der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) in Koblenz organisiert. Ob Verein, Schule, Privatperson, Unternehmen, Verwaltung oder andere Organisationen – die Online-Beteiligungsplattform zur Nationalen Wasserstrategie gestartet. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Unternehmen, Wirtschaft, Industrie und Verbände sowie weitere Akteure sind eingeladen, ihre Perspektiven zum Thema Wasser einzubringen und ihren Beitrag zum Schutz von Gewässern und Wassers sichtbar zu machen. Die Nationale Wasserstrategie (NWS), die die Bundesregierung 2023 beschlossen hat, setzt mit ihren 78 Maßnahmen den Rahmen, um Wasserressourcen langfristig zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften. Die Plattform bietet zwei Möglichkeiten zur Beteiligung: In einer Bürgerumfrage können Interessierte ihre Erfahrungen, Wahrnehmungen und Erwartungen zum Thema Wasser teilen. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Bedeutung Wasser für die Menschen in Deutschland hat und welche Veränderungen sie bereits wahrnehmen. Außerdem können Kommunen, Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und Initiativen ihre Projekte und Maßnahmen auf einer Projektkarte eintragen. So wird sichtbar, wo und wie die Nationale Wasserstrategie bereits umgesetzt wird und welche Ansätze besonders gut übertragbar sind. Die Beiträge und Umfrageergebnisse fließen in einen Bericht zum aktuellen Stand der Nationalen Wasserstrategie und der Weiterentwicklung der Wasserpolitik in Deutschland ein. Dieser Statusbericht soll Anfang 2027 veröffentlicht werden. Besonders anschauliche Umsetzungsbeispiele sollen darin sowie bei Fachveranstaltungen vorgestellt werden. Die Beteiligungsplattform ist bis zum 4. Mai 2026 online: https://beteiligung.bundesumweltministerium.de/de/ihr-beitrag-wasserstrategie w Gemeinsame Position zum Landschaftswasserhaushalt veröffentlicht „Nur durch die Stärkung der Bodenfunktionen, das Zurückhalten des Wassers in der Landschaft und die Wiederherstellung naturnaher Gewässersysteme zur Förderung von ‚Schwammlandschaften‘ kann die Lebensgrundlage für Mensch und Natur langfristig gesichert und den Folgen des Klimawandels wirksam begegnet werden.“ So lautet das kurze Fazit einer Position zum Landschaftswasserhaushalt, die die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Bundesverband BoBundesrat lehnt Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie ab Der Bundesrat hält eine grundlegende Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie nicht für erforderlich. Ebenso wurde am 27. März 2026 die Empfehlung des Wirtschaftsausschusses des Bundesrats abgelehnt, nach denen der Bundesrat die Bundesregierung auffordern solle, die Forderungen der Wirtschaftsministerkonferenz und der Gesundheitsministerkonferenz zur Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie an die Kommission weiterzugeben und die Kommission explizit zur Vereinfachung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie aufzurufen. Auch wird der Bundesrat nach mehrheitlichem Beschluss die Bundesregierung nicht bitten, „sich auf EU-Ebene für ein Stop-the-clock-Verfahren einzusetzen, um ausreichend Zeit für eine grundlegende Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie zu schaffen“. w EU-Kommission: Experten für Plattform zu Wasserresilienz gesucht Die Europäische Kommission hat Experten zur Mitarbeit in der zu gründenden Plattform der Interessenträger für Wasserresilienz aufgerufen. Der Zeitraum für Bewerbungen war allerdings kurz und endete bereits am 17. April 2026. Durch die Unterstützung der Umsetzung der EU-Wasserresilienzstrategie soll die Plattform zur Schaffung einer nachhaltigen, widerstandsfähigen, intelligenten und wettbewerbsfähigen Wasserwirtschaft in Europa beitragen, so die Kommission. Die Plattform soll als Forum für Dialog und Fachwissen dienen, um folgende Ziele zu unterstützen: Wiederherstellung und Schutz des Wasserkreislaufs, Aufbau einer wasserintelligenten Wirtschaft und Gewährleistung des Zugangs zu sauberem und erschwinglichem Wasser für alle. Bis zu 60 Fachleute werden für fünf Jahre ernannt werden. Website der Plattform (zum Redaktionsschluss vor dem 17. April): www.gfa-news.de/gfa/webcode/ 20260320_002 w Beteiligungsplattform zur Nationalen Wasserstrategie gestartet Am Weltwassertag, dem 22. März 2026, hat das Bundesumweltministerium eine neue
Spektrum 237 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/Zeitschriften jährlich etwa 1,38 Millionen Kilowattstunden Strom und kann damit rund 60 Prozent des Eigenbedarfs der ebenfalls genehmigten neuen Anlage zur Aufbereitung der gewonnenen Sande und Kiese decken. Außerhalb der Betriebszeiten ist geplant, überschüssigen Photovoltaikstrom in das Netz des Versorgers einzuspeisen. Auf künstlich entstandenen Gewässern dürfen gemäß den gesetzlichen Regelungen Solaranlagen nicht mehr als 15 Prozent der Gewässerfläche bedeckten und müssen einen Abstand von 40 Metern zum Ufer einhalten. Innerhalb dieses Rahmens können die Potenziale von Seeflächen genutzt werden. Im genehmigten Fall bedeckt die Anlage circa vier Prozent der aktuellen Seefläche. Deutschlands größte Floating-PV mit einer Fläche von 16 Hektar sollte auf dem Cottbuser Ostsee entstehen; hier gab es allerdings technische Schwierigkeiten. w Urteile zur Entschädigung für Vernässung von Forstflächen durch Biberdämme Führt eine naturschutzrechtliche Beschränkung des Grundeigentums dazu, dass eine bereits rechtmäßig ausgeübte Nutzung aufgegeben werden muss, kommt es für die Prüfung der Frage, ob sich daraus im Einzelfall eine unzumutbare Belastung im Sinne von § 68 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ergibt, maßgeblich darauf an, ob gerade auf den beeinträchtigten Flächen noch genügend Raum für einen privatnützigen Gebrauch des Eigentums oder für eine Verfügung über den Eigentumsgegenstand verbleibt. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im März 2026 entschieden (BVerwG 10 C 3.25 , BVerwG 10 C 4.25). Die Klägerin begehrt Entschädigung für die Vernässung von Forstflächen durch Biberdämme. Ihr verstorbener Ehemann, der ursprüngliche Kläger in den beiden Verfahren, hatte 1998 das Eigentum an forstwirtschaftlich genutzten Grundflächen (Forstrevier) erworben, die zu einem Großteil in einem Naturschutzgebiet liegen. Ab dem Jahr 2003 führten die Errichtung einer Burg und von Dammbauten durch Elbebiber zu Überflutungen, die die Holzproduktion auf einem Teil des Forstreviers unmöglich gemacht haben sollen. Eine im April 2005 erhobene Klage auf Feststellung, dass die Beseitigung bestimmter Biberdämme keiner Ausnahmegenehmigung oder Befreiung von artenschutzrechtlichen Verboten bedürfe, hilfsweise auf Verpflichtung, eine Teilnehmenden entsiegeln „in freundschaftlichem Wettbewerb“ Böden und tragen ihre abgepflasterten Steine in ein Online-Portal ein, inklusive eines VorherNachher-Fotos. Nach einer Überprüfung durch die Wettbewerbsleitung werden die Flächen für die jeweilige Kommune gesammelt gewertet. Die Kommunen spielen in drei Ligen miteinander: Großstadt (> 100 000 Personen), Mittelstadt (20 000 bis 100 000 Personen) und Kleinstadt (< 20 000 Personen). www.abpflastern.de w Kriterien für eine bundesweite Bewertung von Bodenfunktionen: Bericht vorgelegt Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern hat unter Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erstmals Kriterien und Methoden für eine bundesweite Bewertung von Bodenfunktionen erarbeitet. Der Bericht der von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) und dem Bund-Länder-Ausschuss Bodenforschung (BLA-GEO) eingesetzten Arbeitsgruppe soll dazu beitragen, die endliche Ressource Boden künftig bundesweit nachhaltiger zu nutzen. Auf kommunaler Ebene wird die Bodenfunktionsbewertung bereits intensiv angewandt, beispielsweise bei der Planung neuer Baugebiete. Auch auf Landesebene sind solche Verfahren üblich. Mit dem jetzt vorgelegten bundesweiten Kriterienkatalog stellen die Bodenfachleute erstmals einheitliche Bewertungsgrundlagen zur Verfügung, die künftig bei der Planung von länderübergreifenden Projekten wie zum Beispiel dem Autobahnbau oder dem Ausbau von Stromnetzen helfen, gegensätzliche Bodenbewertungen angesichts bisher unterschiedlicher Vorgaben zu vermeiden. Als Datenbasis für die länderübergreifende Bodenfunktionsbewertung dient die Bodenübersichtskarte BÜK250 der BGR mit bundesweit einheitlichen und flächendeckenden Informationsgrundlagen. Download des Berichts: https://www.labo-deutschland.de/ documents/Erarbeitung_einer_bundesw-_ Bodenfunktionsbewertung_LABO.pdf w Rote Gebiete: Niedersachsen nimmt Revision beim Bundesverwaltungsgericht zurück Niedersachsen hat die Revision beim Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) betreffend der „Roten Gebiete“ in Niedersachsen zurückgenommen. Das teilt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit. Im Januar 2025 hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die „Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat“ für die roten Gebiete für unwirksam erklärt. Gegen dieses Urteil hatte Niedersachsen zunächst beim Bundesverwaltungsgericht Revision eingelegt. Die Entscheidung ist nach einer ausführlichen Bewertung der Urteilsbegründung des BVerwG aus den Düngeverfahren gegen Bayern aus Oktober 2025 zur bayerischen Landesdüngeverordnung getroffen worden. Das Gericht hatte die bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung mit der Begründung, dass die Bundesvorschriften als Ermächtigung für die Länder zur Ausweisung der roten und gelben Gebiete formell unzureichend sind, für unwirksam erklärt. Die Rechtsgrundlage für die Ausweisung der roten Gebiete, deren Auflagen materiell rechtlich nicht zu beanstanden sind, hätte nicht in einer Verwaltungsvorschrift, sondern höherrangig geregelt werden müssen. Ähnliches hatte das OVG Lüneburg zur niedersächsischen Regelung beanstandet. Gleichzeitig hat das Bundesverwaltungsgericht in einem weiteren Urteil den Bund aufgefordert unverzüglich einen Aktionsplan zur Umsetzung der EU-Vorgaben im Düngerecht vorzulegen. Auf der Grundlage der Revisionsrücknahme bereitet das niedersächsische Landwirtschaftsministerium nun die Aufhebung der niedersächsischen Düngeverordnung vor. Den Vollzug der Verordnung hat Niedersachsen aufgrund der fehlenden rechtlichen Grundlage auf Bundesebene bereits Ende Januar 2026 ausgesetzt. Neben Niedersachsen hatten auch alle anderen Bundesländer den Vollzug ausgesetzt oder die Verordnungen aufgehoben. www.duengebehoerde-niedersachsen.de w Schwimmende Photovoltaikanlage auf Baggersee genehmigt Das Regierungspräsidium Darmstadt hat eine 1,5 Hektar große schwimmende Photovoltaikanlage (Floating-PV) für die Kiesgrube Groß-Rohrheim genehmigt. Die Anlage der Firma Alois Omlor GmbH entsteht auf dem sogenannten aktiven Abgrabungsgewässer – umgangssprachlich Baggersee genannt. Die neue Floating-PV erzeugt
Spektrum 238 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/KW die den Kontakt der Köder mit dem Wasser während der gesamten Bekämpfungsmaßnahme verhindern. Rodentizide mit Antikoagulanzien dürfen innerhalb eines Abstandes von fünf Metern zu Wasserableitungssystemen im Außenbereich (zum Beispiel Entwässerungsrinnen, Schachtabdeckungen, Boden- und Straßenabläufe, Versickerungsschächte) nur in manipulationssicheren Köderschutzstationen verwendet werden, die den Kontakt der Köder mit dem Wasser während der gesamten Bekämpfungsmaßnahme verhindern. Rodentizide mit Antikoagulanzien dürfen in der Kanalisation nur in Köderschutzstationen verwendet werden, die den Kontakt der Köder mit dem (Ab-)Wasser während der gesamten Bekämpfungsmaßnahme verhindern. https://www.baua.de/DE/Themen/ Chemikalien-Biostoffe/Chemikalienrecht/ Biozide/Zulassungsverfahren w Schleswig-Holstein: Aufbau eines landeseigenen Spurenstoffzentrums gestartet Das Land Schleswig-Holstein und die Technische Hochschule Lübeck starten ein gemeinsames dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums. Das Zentrum soll Innovation, Umsetzung europäischer Vorgaben und einen zukunftssicheren Umgang mit Wasser im Umfeld von Siedlungen miteinander verbinden. Das Spurenstoffzentrum wird dabei unterstützen, die wachsenden europäischen Anforderungen, etwa aus der Kommunalabwasserrichtlinie, fachlich fundiert und praxisnah umzusetzen, und die flächendeckende Einführung der 4. Reinigungsstufe wissenschaftlich begleiten. Dabei sollen fundierte Empfehlungen zur Verfahrensauswahl sowie zur Auslegung und zum Betrieb der 4. Reinigungsstufe entstehen, die sowohl den Vorgaben der Kommunalabwasserrichtlinie als auch der Wasserrahmenrichtlinie entsprechen. Gleichzeitig werden neue technologische Entwicklungen begleitet und landesspezifische Fragestellungen weiter vertieft. Das Zentrum verknüpft Forschung und Praxis direkt miteinander. Im Rahmen der Arbeiten des Spurenstoffzentrums werden Studierende frühzeitig in die praxisnahen Projekte eingebunden. Sie arbeiten an aktuellen Fragestellungen, sammeln Erfahrung im Betrieb von 4. Reinigungsstufen solche zu erteilen, wurde rechtskräftig abgewiesen. Im Januar 2008 hatte der Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg den damaligen Eigentümer zudem mit ordnungsbehördlicher Verfügung verpflichtet, jegliche Beeinträchtigungen bestimmter Biberdämme zu unterlassen, und die Erteilung einer Ausnahme oder Befreiung sowie die Feststellung einer Entschädigungsberechtigung dem Grunde nach abgelehnt. Die Verfügung ist mit Ausnahme der Entschädigungsfrage inzwischen bestandskräftig. Die Klägerin begehrte nun, das Land Brandenburg zur Zahlung einer Entschädigung für eine bis Ende 2007 eingetretene, biberbedingte Vernässung von ca. 34 ha Holzbodenfläche zu verurteilen. In einem weiteren Verfahren wurde die Verpflichtung des Oberbürgermeisters der Stadt Brandenburg begehrt, festzustellen, dass für Vernässungschäden an – weiteren – ca. 31 ha Forstflächen und Wegen, die ab Erlass der Ordnungsverfügung vom Januar 2008 entstanden sein sollen und zukünftig noch entstehen, dem Grunde nach eine Entschädigungspflicht besteht. Die Klagen hatten in den Vorinstanzen keinen Erfolg. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Verfahren allerdings an das Oberverwaltungsgericht zurückverwiesen. https://www.bverwg.de/260326U10C3.25.0 https://www.bverwg.de/260326U10C4.25.0 w Niedersachsen: 3,9 Millionen Euro für klimaresiliente Wasserwirtschaft Das niedersächsische Umweltministerium unterstützt mit dem vierten Antragsstichtag der Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung der Wasserwirtschaft“ insgesamt 20 Projekte mit circa 3,9 Millionen Euro. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf investiven Maßnahmen zur konkreten Umsetzung klimaangepasster Lösungen in Städten, Gemeinden und Wasserverbänden. Seit Einführung der Richtlinie wurden – einschließlich der aktuellen Bewilligungen – rund 18,6 Millionen Euro bereitgestellt. Gefördert werden sowohl Grundlagenarbeiten und Konzepte als auch konkrete Investitionen zur Umsetzung klimaangepasster Maßnahmen. w Mecklenburg-Vorpommern: Wasserstrategie verabschiedet Zum Tag des Wassers am 22. März hat Mecklenburg-Vorpommern seine neuen Wasserstrategie vorgestellt. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, Gewässer besser zu schützen und das Land widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Die Strategie ergänzt das novellierte Landeswasser- und Küstenschutzgesetz. Während das Gesetz die rechtlichen Grundlagen stärkt, bündelt die Wasserstrategie die Ziele, Prioritäten und Maßnahmen der künftigen Wasserpolitik. Die Wasserstrategie richtet sich an Kommunen, Wasserverbände, Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bündelt die Wasserpolitik des Landes in acht zentralen Handlungsfeldern, darunter: › Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen › Stärkung des Wasserrückhalts als Dürrevorsorge › Hochwasser- und Küstenschutz › Anpassung an den Meeresspiegelanstieg › wassersensible Stadtentwicklung. https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Umwelt/Wasser w Umweltwirtschaftspreis.NRW ausgeschrieben Der Umweltwirtschaftspreis.NRW würdigt in diesem Jahr erneut kleine und mittlere Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg mit Umwelt- und Klimaschutz verbinden. Unter dem Motto „Gut für die Wirtschaft, besser für die Umwelt“ vergibt das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen den Preis gemeinsam mit der NRW.BANK 2026 zum vierten Mal. Die drei Bestplatzierten erhalten Preisgelder in Höhe von insgesamt 60 000 Euro. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2026 möglich. www.umweltwirtschaftspreis.nrw w Änderungen beim Einsatz von Rodentiziden ab Juli 2026 Zum 1. Juli 2026 gibt es nach Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) Änderungen beim Einsatz von Rodentiziden in der aquatischen Umwelt: Rodentizide mit Antikoagulanzien dürfen innerhalb eines Abstandes von fünf Metern zum Rand von oberirdischen Gewässern (zum Beispiel Flüssen, Kanälen, Bächen, Be- und Entwässerungsgräben, Seen, Teichen) sowie Küsten- und Meeresgewässern nur in manipulationssicheren Köderschutzstationen eingesetzt werden,
Spektrum 239 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 5 | www.dwa.info/Zeitschriften und lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendbare Lösungen zu übersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wissenstransfer in die Fläche: Erkenntnisse aus dem Spurenstoffzentrum werden über Leitfäden, Fachveranstaltungen und den engen Austausch mit Betreibern, Verwaltung und Politik aktiv in die Praxis getragen, sodass das gesamte Land von der Forschung profitiert. w Satellitendaten zeigen dramatische Veränderungen der globalen Wasserspeicherung Die Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO zeigen global eine drastische Zunahme der von Trockenheit betroffenen Flächen, insbesondere in Europa. Für Deutschland bedeutet das einen anhaltenden Abwärtstrend in der Wasserspeicherung: Zum Jahresende 2025 gab es ein Defizit von rund 25 Milliarden Tonnen Wasser im Vergleich zum Mittel seit 2002. Das haben aktuelle Datenauswertungen von Forschenden des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam ergeben. Die Satellitenmissionen GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment, 2002–2017) und GRACE-FO (GRACE-Follow-On, seit 2018) vermessen das Schwerefeld der Erde. Hieraus wird mit monatlicher Auflösung die globale Wasserspeicherung ermittelt. Mit nunmehr 24 Jahren an Daten können langfristige Veränderungen analysiert werden. Global betrachtet nehmen die Extreme der Wasserspeicherung zu. Während 2009 noch 75 % der Landfläche einen normalen Wasserspeicher aufwiesen, waren es 2025 nur noch knapp ein Drittel. Diese Entwicklung ist zu großen Teilen auf die Zunahme trockener Gebiete zurückzuführen, deren Anteil sich von 12 % im Jahr 2009 auf nahezu 43 % im Jahr 2025 mehr als verdreifacht hat. Die Landfläche, die als feucht eingestuft ist, blieb hingegen über die letzten 24 Jahre ähnlich groß und hat sich im letzten Jahr wieder dem Zustand von vor über 20 Jahren angenähert. Ein Blick auf Deutschland zeigt, dass die anhaltende großräumige Trockenheit seit 2018 – möglicherweise bereits seit 2015 – deutlich erkennbar ist. Das Jahr 2024 war hingegen überdurchschnittlich feucht, mit rund 15 % mehr Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel, wodurch sich die Wasserspeicher vorübergehend erholen konnten. Dadurch erreichten sie erstmals seit 2018 wieder annähernd ein normales Niveau. Im Jahr 2025 lagen die Niederschläge jedoch erneut mit –18 % deutlich unter dem Durchschnitt. Gleichzeitig führte eine erhöhte Verdunstung infolge hoher Temperaturen dazu, dass sich die Wasserspeicherung wieder verringerte. Über den Zeitraum seit 2002 betrachtet hatte Deutschland zum Jahresende 2025 ein Defizit von rund 25 Milliarden Tonnen Wasser im Vergleich zum Mittelwert der Zeitreihe seit 2002. Ende 2023 waren das noch „nur“ rund 10 Milliarden Tonnen. https://www.globalwaterstorage.info w Ruhrverband: Wiederbewaldung mit Eichen Die Wiederbewaldung der eigenen Wälder ist eine der Aufgaben des Ruhrverbands. Nach den großflächigen Schäden durch das Fichtensterben setzt der Verband gezielt auf klimaresiliente und standortgerechte Baumarten. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Nutzung von Saatgut aus eigenen, anerkannten Waldbeständen. Im Herbst 2022 wurden rund 640 Kilogramm Saatgut von Stiel- und Traubeneichen in den Beständen des Ruhrverbands gesammelt und zur Lohnanzucht an eine Baumschule gegeben. In den Jahren 2024 und 2025 sowie zuletzt im Februar 2026 wurden die daraus gezogenen jungen Eichen in verschiedenen Alters- und Größenstufen zurückgeliefert. Insgesamt konnten auf diese Weise rund 28 000 Eichenpflanzen für die eigenen Flächen gewonnen werden. Die jungen Bäume wurden gezielt auf Kalamitätsflächen gepflanzt und leisten dort einen wichtigen Beitrag zur Wiederbewaldung. Ein besonderer Vorteil liegt in der Herkunft des Saatguts: Die Pflanzen stammen aus autochthonen Beständen und sind optimal an die regionalen Standort- und Klimabedingungen angepasst. Die Saatgutgewinnung wurde in den Folgejahren fortgeführt. Im Herbst 2025 konnten erneut rund 620 Kilogramm Stieleichensaatgut geerntet und an eine Baumschule zur Anzucht übergeben werden. In den kommenden drei Pflanzperioden ist mit weiteren Lieferungen in vergleichbarer Größenordnung zu rechnen. Die Stieleiche nimmt im Wiederbewaldungskonzept des Ruhrverbands eine besondere Stellung ein. Als heimische und wärmeliebende Baumart gilt sie als gut an die klimatischen Herausforderungen der Zukunft angepasst. Aus dem gewonnenen Saatgut werden perspektivisch zwischen 50 000 und 80 000 junge Bäume hervorgehen. Die Strategie des Ruhrverbands setzt bewusst auf eine Kombination aus natürlicher Entwicklung und gezielter Pflanzung. Auf etwa der Hälfte der Kalamitätsflächen wird auf Naturverjüngung gesetzt. Baumarten wie Lärche, Pappel, Birke, Weide und Ahorn etablieren sich dort eigenständig und sorgen für strukturelle Vielfalt. Auf den übrigen Flächen wird aktiv gepflanzt, unter anderem mit Stieleiche, Nussbaum, Kirsche, Buche und Tanne. w Rheinwasser-Transportleitung: Startschuss für das Rheinische Seenland Im Rheinischen Revier hat der Bau der Rheinwasser-Transportleitung, einer Leitung für die abschließende Rekultivierung der Tagebaue begonnen. Der symbolische erste Spatenstich für die Bau der Leitung wurde am 17. März 2026 gesetzt. In wenigen Jahren endet die Braunkohleförderung und -nutzung im Rheinischen Revier. Mit dem Bau der Rheinwasser-Transportleitung setzt RWE nun die Vorgaben der Braunkohlenplanung des Landes Nordrhein-Westfalen um, die für eine abschließende Rekultivierung der Tagebaue Hambach und Garzweiler die Schaffung großer Seen vorsieht. Nach einer Bauzeit von rund fünf Jahren soll die Rheinwasser-Transportleitung im Jahr 2030 fertiggestellt sein und die Befüllung des Tagebaus Hambach beginnen, 2036 folgt Garzweiler. Der Tagebausee Inden wird ab 2030 mit Wasser aus der nahen Rur befüllt. Dadurch entsteht das Rheinische Seenland. Das unterirdische Leitungssystem der Rheinwasser-Transportleitung mit einer Trassenlänge von rund 45 km besteht aus Stahlrohren mit Durchmessern von 2,20 und 1,40 Metern. Entlang der Strecke werden Bauwerke errichtet, die für den Betrieb der Leitung erforderlich sind. Je nach örtlichen Anforderungen kommen unterschiedliche Bauweisen zum Einsatz: Offene Bauweise auf freien Flächen, geschlossene Bauweise mit unterirdischem Vortrieb bei der Querung von Deichen, Straßen, Bahnstrecken oder sensiblen Schutzgebieten. Die Trasse der Rheinwassertransportleitung verläuft überwiegend über landwirtschaftliche Flächen sowie entlang bestehender Infrastrukturen, wie dem „Speedway“, die frühere Fernbandtrasse vom Tagebau Hambach zu den rekultivierten Tagebauen Bergheim und Fortuna. www.rwe.com/Rheinwassertransportleitung w
Vorteile einer DWA-Mitgliedschaft www.dwa.de Kostenlos Eine der beiden monatlich erscheinenden Verbandszeitschriften – KA Korrespondenz Abwasser, Abfall inkl. der Beilage Betriebs-Info (4 x jährlich) oder – KW Korrespondenz Wasserwirtschaft inkl. der Online-Version der Gewässer-Info als Printversion, Online unter www.dwa.de/direkt und mobil als App. Zusätzliche Exemplare oder die zweite Verbandszeitschrift gibt es zu günstigen Konditionen. DWA-Branchenführer Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall Mitgliederbereich im Internet – KA oder KW online lesen – KA oder KW mit der App DWApapers and more (iOS und Android) lesen – Literaturdatenbank – Fachwörterbücher in vielen Sprachen – Mitgliederverzeichnis – Arbeitsberichte und Fachinformationen DWA-Jahrbuch (auf Anforderung) Ermäßigt Fort- und Weiterbildungsangebote Als Mitglied der DWA und der European Water Association (EWA), des BWK und der Partnerverbände in der Schweiz (VSA, SVW) und Österreich (ÖWAV) Zusätzlich für fördernde Mitglieder Kostenlos Option, das Logo "Mitglied in der DWA" im Firmen-Briefbogen zu nutzen (www.dwa.de/direkt) Ermäßigt 20 % Ermäßigung beim Erwerb des DWA-Regelwerks und vieler weiterer DWA-Publikationen Fort- und Weiterbildungsangebote für alle Mitarbeiter Ermäßigungen für Aussteller bei vielen DWA-Tagungen und ausgesuchten Messen Teilnahme an den DWA-Erfahrungsaustauschen für Kommunen oder Ingenieurbüros 50 % Ermäßigung auf den Mitgliedsbeitrag für Anmeldungen von Niederlassungen, wenn der Hauptsitz bereits Mitglied ist Günstige Konditionen für eine Umwelt-Strafrechtsschutzversicherung für Kommunen, Kreisverwaltungen und Abwasserzweckverbände Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) Theodor-Heuss-Allee 17 · 53773 Hennef Telefon: 02242 872-123 · Fax: 02242 872-200 mitgliederservice@dwa.de · www.dwa.de Weitere Informationen zu einer Mitgliedschaft finden Sie unter www.dwa.de/ mitgliedschaft 11/2018
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