KORRESPONDENZ WASSERWIRTSCHAFT 4|26 WASSER · BODEN · NATUR DWA-Gewässerentwicklungspreis verliehen Informationen und Videos zu den Gewinnerprojekten finden Sie auf www.dwa.info/auszeichnungen Bildquelle: magda-map.de Schwerpunkt: DGL-Nachwuchs- preis / IFAT IFAT Munich Seite 178, 229 Fachkräftemangel im Umweltbereich Seite 185 Uferwälder und kleine Bäche Seite 190 Phytoplankton und Extremereignisse Seite 200 Gewässerbewertung: molekulare Verfahren Seite 206 Frauen in der Wasserwirtschaft Seite 214 19. Jahrgang · Nr. 4 April 2026 · 77157
www.dwa.info/ifat Spotlight Area von DVGW & DWA Die wasserbewusste Stadt der Zukunft Networking Area Internationale Delegationen Berufswettbewerbe World University Challenge Junge DWA Dienstag, 5. Mai Solution Tours EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) Digitalisierung in der Wasserwirtschaft Mittwoch, 6. Mai Sessions | Blue Stage und Water Stage Wasserbewusste Stadtentwicklung Regionales PhosphorRecycling Wasserwiederverwendung Abwärmenutzung / Hydrothermie Donnerstag, 7. Mai Tag der resilienten Kommunen Resiliente kommunale Infrastruktur: Trinkwasser- und Abwassersysteme für Klimawandel und Extremwetter stärken Energiekonzept Zukunft - Kommunale Wärmeplanung als Teil der Kreislaufwirtschaft Resiliente Daseinsvorsorge - Schutz kritischer Infrastrukturen Politische Rahmenbedingungen mitgestalten: DVGW und DWA im Austausch mit Verbänden und BMUKN – sprechen Sie mit uns über Lösungen EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) 03/2026 Montag, 4. Mai Innovationsforum Städte jetzt wasserbewusst (um)bauen Dienstag, 5. Mai Sessions IT-Sicherheit Physische Sicherheit © Alex Fettig © Alex Fettig Kommunen im Fokus 4. – 7. Mai 2026, IFAT München Ticketcode nutzen „DWA_2026“ und Freikarten sichern! Knowledge Center Medienangebot der DWA Kanal Royal Live-Aufzeichnungen in der Podcast Box © amnaj - stock.adobe.com © Christian Schwier - stock.adobe.com Ansprechpartnerin Programm: Sabrina Prentzel: +49 2242 872-116 | prentzeldwa.de Ansprechpartner Ausstellung: Raphael Rindfleisch: +49 2242 872-247 | rindfleischdwa.de und auf www.dwa.info/ifat
Editorial 169 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/Zeitschriften DGL vergibt Schwoerbel-BenndorfNachwuchspreis für innovative Forschungsarbeiten watres.2024.122987). Dr. Till-Hendrik Macher hebt in dieser Arbeit das große Potenzial des DNA Metabarcodings als Werkzeug in Forschung und Praxis hervor und leistet einen wertvollen Beitrag zur möglichen Integration molekularer Methoden in etablierte gewässerökologische Bewertungsverfahren. Der von Dr. Till-Hendrik Macher verfasste und hier vorgestellte Fachbeitrag widmet sich ebenfalls diesem Thema und ist als Brückenschlag zwischen Forschung und praktischer Anwendung zu verstehen. Wir bedanken uns bei den Preisträger *innen für die sehr gelungenen und lesenswerten Fachbeiträge. Außerdem bedanken wir uns bei Dr. Helmut Fischer, Dr. Janine Rüegg, Prof. Dr. René Sahm, Dr. Sascha Krenek, Dr. Gabriele Trommer und Prof. Dr. Brigitte Nixdorf für die kritische Durchsicht der Beiträge. Im Namen des DGL-Präsidiums wünschen wir Ihnen viele neue Einblicke und Erkenntnisse beim Lesen der Beiträge. Prof. Dr. Dominik Martin-Creuzburg, BTU Cottbus-Senftenberg, Bad Sarrow Prof. Dr. Michael Hupfer, IGB, Berlin Jahr 2025 an Dr. Rebecca Oester, die ihre Doktorarbeit im Rahmen eines PhD Programms an der Universität Zürich, an der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) und an der Eawag in der Schweiz angefertigt hat. Ausgezeichnet wurde sie für ihre 2024 in der Fachzeitschrift Functional Ecology veröffentlichten Arbeit mit dem Titel „Riparian forests shape trophic interactions in detrital stream food webs“ (https://doi.org/10.1111/13652435.14639). Diese Arbeit und auch der hier vorgestellte Fachbeitrag beleuchten den Einfluss der Ufervegetation auf die Biomasse, Diversität und die Ernährungsstrategien von Makroinvertebraten in kleinen Bächen. Dr. Rebecca Oester erläutert in ihrer Arbeit, warum naturnahe Uferwälder für die Entwicklung und den Schutz kleiner Fließgewässer von zentraler Bedeutung sind. Die Preisträgerin Dr. Anika Happe hat ihre Doktorarbeit an der Universität Oldenburg angefertigt. Sie wurde aufgrund ihres in der Fachzeitschrift Limnology and Oceanography veröffentlichten Artikels „Nutrient pulse scenarios drive contrasting patterns in the functional stability of freshwater phytoplankton“ (https://doi.org/ 10.1002/lno.12782) für den Nachwuchspreis nominiert. Dr. Anika Happe hat sich in dieser Arbeit experimentell im Rahmen einer Mesokosmenstudie mit der funktionellen Stabilität von Phytoplanktongemeinschaften bei unterschiedlichen Nährstoffpulsen beschäftigt. Ihre Arbeit zeigt, dass die Stabilität des Phytoplanktons von der Regelmäßigkeit und Häufigkeit von Nährstoffpulsen abhängt. Die Ergebnisse und daraus abgeleiteten Erkenntnisse aus dieser Studie stehen auch im Mittelpunkt des hier vorgestellten Fachbeitrags. Der Preisträger Dr. Till-Hendrik Macher hat an der Universität Duisburg-Essen promoviert. Seine Nominierung beruht auf einer in 2025 in Water Research publizierten Arbeit mit dem Titel „Fit for purpose? Evaluating benthic invertebrate DNA metabarcoding for ecological status class assessment in streams under the Water Framework Directive” (https://doi.org/ 10.1016/j. Wasser als Ressource und Gewässer als Ökosystem – vom Konflikt zur Synergie. Unter diesem Motto fand im September 2025 die 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) in Frankfurt am Main statt. Sie wurde von der Goethe-Universität Frankfurt, dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum und dem Kompetenzzentrum Wasser Hessen ausgerichtet und lockte über 300 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis auf den Campus Riedberg nach Frankfurt. Die Jahrestagung der DGL ist seit jeher ein wichtiges Forum für die Vorstellung und Diskussion aktueller Entwicklungen und Erkenntnisse aus der limnologischen Forschung und wasserwirtschaftlichen Praxis. Im vergangenen Jahr stand insbesondere das Spannungsfeld zwischen den vielfältigen Nutzungsansprüchen und dem Schutz aquatischer Ökosysteme und deren Biodiversität im Vordergrund, wobei der Einfluss von Schadstoffeinträgen und invasiven Arten ebenso thematisiert wurde wie die Rolle des Klimawandels. Für die Umsetzung und Entwicklung nachhaltiger Schutzmaßnahmen und Bewirtschaftungskonzepte ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik von entscheidender Bedeutung. Die Jahrestagung der DGL 2025 leistete hierzu einen wichtigen Beitrag. Ein Höhepunkt der Jahrestagung der DGL 2025 war, wie in jedem Jahr, die Verleihung des Schwoerbel-Benndorf-Nachwuchspreises. Im Rahmen der Preisverleihung bekommen drei ausgewählte Nachwuchswissenschaftler*innen die Gelegenheit, eine herausragende und in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlichte Arbeit einem großen Publikum in Form eines Plenarvortrags zu präsentieren. Wir freuen uns sehr, dass die drei Preisträger *innen ihre Arbeiten nun in Form eines Fachbeitrags im aktuellen Schwerpunktheft der KW Korrespondenz Wasserwirtschaft einem breiten Leserkreis aus Forschung und Praxis vorstellen können. Der begehrte Wanderpokal „Clara“, der für den ersten Platz vergeben wird, ging im Die Preisträger*innen Dr. Till-Hendrik Macher, Dr. Anika Happe und Dr. Rebecca Oester (v.l.n.r) bei der Preisverleihung auf der Jahrestagung der DGL 2025 in Frankfurt am Main.
w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/KW 170 Beiträge in KA Korrespondenz Abwasser, Abfall 4/2026 | Schwerpunkt: IFAT I Zwischenbericht der DWA-Arbeitsgruppe SR-8.6 „Auskleidung von Abwasserleitungen und -kanälen mit örtlich hergestellten und erhärtenden Rohren“: Mindestwanddicke und Reststyrolwert vor Ort härtender Schlauchliner G. Braun, K. Kimmerle, S. Weißkircher, M. Kuhn, B. Lehmann, M. Faust: Feinrechen – Berechnungsmethode des Stauverlustes bei Stababständen von < 10 mm B. Valerius, H. Knerr, H. Steinmetz, K. Gantner, J. Hennigs, N. Poppelreiter, B. Ney, J. Wölle: Spurenstoffelimination mittels Pulveraktivkohle und Flexbed Filter. Ergebnisse aus dem Versuchsbetrieb auf der Kläranlage Speyer Y. Schneider, M. Dierker, C. Schmidt, A. Schönfeld: Das Nereda®-Verfahren auf der Kläranlage Altena – ein vielversprechendes neuartiges Behandlungskonzept. Erfahrungen aus der Planung, dem Bau und dem Demonstrationsbetrieb Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe IG-6.13 „Heizölverbraucheranlagen“: Technische Eignung von Anlagenteilen von bereits in Betrieb befindlichen und neu zu errichtenden Heizölverbraucheranlagen und Notstromanlagen bei der Verwendung von paraffinischen Heizölen nach DIN 51603-1:2024 OVG Münster fällt Urteil zu Regelungen für Starkverschmutzerzuschläge. Langjähriges Verfahren zur Abwassergebührenveranlagung abgeschlossen DWA-Fachausschuss BIZ-14 „Frauen in der Wasser- und Abfallwirtschaft“: Fachkräftemangel? Mehr Frauen in die Branche als eine Lösung Inhalt Editorial DGL vergibt Schwoerbel-Benndorf-Nachwuchspreis für innovative Forschungsarbeiten . . . . . . . . . . . ............. 169 Dominik Martin-Creuzburg, Michael Hupfer Interview Die IFAT Munich – seit 60 Jahren ein Pflichttermin Interview mit Philipp Eisenmann, Projektleiter der IFAT Munich . . . . . . . . . . . . . ................ 178 Berichte Zukunft (Ab-)wasser – Innovation und Nachwuchs im Fokus DWA-Landesverbandstagung Mitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 Frank Bringewski Fachkräftemangel in umweltbezogenen Naturwissenschaften: Stolperstein der Transformation Fachdialog der Verbände . . . . . . . . . . . . . . . ................. 185 Andreas Müller, Christof Martin, Heike Milkowski-Fingerle, Dirk Radny, Gabriele Trommer, Carolin Wicke Junge DWA Junge DWA unterwegs: Fachlicher Austausch und Besichtigung der Kläranlage in Niederfrohna . . . . ...... 188 Hochwasserrisikomanagement als Instrument zum Schutz von Menschenleben und Lebensgrundlagen . . . . . . . . 189 Alina Kosmützky, Natalie Lübbers DGL Nachwuchspreisträger*innen Uferwälder fördern Biodiversität, Ökosystemprozesse und Stoffkreisläufe kleiner Bäche . . . . . . . . . . . .............. 190 Rebecca Oester (Zürich, Schweiz), Florian Altermatt (Dübendorf, Schweiz), Andreas Bruder (Mendrisio, Schweiz) Häufigkeit und Intensität sind entscheidend – Wie Extremereignisse die Funktion des Phytoplanktons beeinflussen . . . . . . . . . . . .............. 200 Anika Happe (Oldenburg), Silke Langenheder (Uppsala, Schweden), Maren Striebel (Oldenburg) Bereit für die Anwendung? Molekulare Verfahren als Schlüssel zur modernen Gewässerbewertung . . . . . . . . . . . ............ 206 Till-Hendrik Macher (Trier), Arne J. Beermann (Essen), Jan Koschorreck (Dessau-Roßlau), Florian Leese (Essen) Wirtschaft Fachkräftemangel? Mehr Frauen in die Branche ist eine Lösung! DWA-Fachausschuss BIZ-14 „Frauen in der Wasser- und Abfallwasserwirtschaft“ . . . ..... 214 DWA Fachgremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...................... 220 Regelwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220 Publikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224 Landesverbände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..................... 225 Beide Verbandszeitschriften – KA und KW – auch online lesen: https://www.dwadirekt.de 4|26
w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/Zeitschriften 171 Rubriken Spektrum �����������������������������������������������������������������������������������172 Impressum ���������������������������������������������������������������������������������184 Personalien ���������������������������������������������������������������������������������226 Veranstaltungen �����������������������������������������������������������������������228 Industrie und Technik �������������������������������������������������������������229 Ingenieurbüros �������������������������������������������������������������������������231 Beilagenhinweis ��������������������������������������������������������������197 KW 5/2025 Anzeigenschluss: 8. April 2026 Erscheinungstermin: 29. April 2026 KW 6/2025 Anzeigenschluss: 12. Mai 2026 Erscheinungstermin: 3. Juni 2026 Abonnieren Sie den monatlichen Themenplan kostenlos auf www.dwa.info/ThemenKW Korrespondenz Wasserwirtschaft Ökolandbau II IFAT II Wasserbewusste Siedlungsentwicklung Seite 190 Die in Uferzonen vorkommenden Arten übernehmen vielfältige ökologische Funktionen. Fehlt der Uferwald, sinken Anzahl, Diversität und Biomasse empfindlicher Taxa (Eintags-, Stein- und Köcherfliegen) deutlich, und die Laubstreu-Fragmentierung nimmt stark ab. Zudem veränderten sich die Unterschiede in der chemischen Signatur zwischen terrestrischem Laubstreu und aquatischen Laubzersetzern, was auf eine Veränderung der Ernährung und Energieflüsse zwischen Laubstreu und dessen Konsumenten hinweist. Seite 200 Extremereignisse wie Hitzewellen, Stürme und intensiver Starkregen verändern die abiotischen Bedingungen in Seen abrupt und beeinflussen die Zusammensetzung und Funktion aquatischer Gemeinschaften. Anhand einer Mesokosmos-Studie zeigt sich, dass sich die Phytoplankton-Biomasse zwar schnell erholt, die Stöchiometrie jedoch langfristig verschoben wird. Daher ist es wichtig, beide Antwortvariablen zu berücksichtigen, um potenzielle Effekte für Zooplankton abzuschätzen. Es werden Maßnahmen und Prozesse diskutiert, die die Erholungsphase von Seen nach Extremereignissen beeinflussen. Seite 206 DNA-Metabarcoding bietet einen effizienten Ansatz für die Gewässerbewertung nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Im GeDNA-Projekt wurden 170 Messstellen parallel morphologisch und genetisch untersucht. Das Ergebnis zeigt klare praktische Relevanz: beide Verfahren erfassten 70 % der Indikatororganismen auch ohne vorherige methodische Harmonisierung konsistent. Trotz Abweichungen bei einzelnen Taxa stimmten die daraus abgeleiteten Ökologischen Zustandsklassen nach Interkalibrierung gemäß Wasserrahmenrichtlinie sehr gut überein. Mit den Projektdaten liegt somit ein operationalisierbares Verfahrensvorschlag vor, um MetabarcodingDaten in Bewertungsmodule der Wasserrahmenrichtlinie einzubinden.
Spektrum 172 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/KW Abstimmung mit dem Innenministerium erforderlich. In Ausnahmefällen soll die Bundeswehr die Drohnen abschießen dürfen, allerdings nur, wenn sich dadurch ein besonders schwerer Unglücksfall abwenden lässt. Grundsätzlich bleiben aber die Polizeibehörden für die Gefahrenabwehr zuständig. Seit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine seien deutlich mehr Drohnen über kritischer Infrastruktur in Deutschland gesehen worden, heißt es in der Gesetzesbegründung. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese Flüge im Auftrag fremder Staaten durchgeführt würden. Nach bisheriger Rechtslage konnte die Bundeswehr die unbemannten Flugkörper nicht im Wege der Amtshilfe angreifen. Das Gesetz kann nun nach der abschließenden Behandlung in der Länderkammer ausgefertigt und verkündet werden und tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. w EU-Kommission: Aktionsplan zur Abwehr von Drohnenbedrohungen vorgelegt Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan zur Bekämpfung der zunehmenden Bedrohung der Sicherheit der EU durch Drohnen vorgelegt. Er konzentriert sich auf die zivile innere Sicherheit, unterstützt die Arbeit der Kommission im Verteidigungsbereich und stärkt die zivil-militärischen Synergien. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, sagte: „Drohnen- und Drohnenabwehrfähigkeiten sind zentrale Komponenten für die Verteidigung Europas und die Sicherung kritischer Infrastrukturen.“ Mit einem Drohnen-Sicherheitspaket will die EU-Kommission die bestehenden Vorschriften für zivile Drohnen überarbeiten. Das Paket umfasst eine koordinierte Risikobewertung zum Schutz der technologischen Lieferketten sowohl für Drohnen als auch für Drohnenabwehrsysteme sowie die Einführung eines EU-Gütesiegels für vertrauenswürdige Drohnen zur Identifizierung sicherer Geräte auf dem Markt. Angesichts der aktuellen Bedrohungslage und insbesondere der zunehmenden Verwendung von Drohnenschwärmen müssen 5G-Netze dringend für die Erkennung von Drohnen genutzt werden, unabhängig davon, ob diese vernetzt sind oder nicht. Um den raschen Einsatz und LiveTests der 5G-basierten Erkennung zu unterstützen, wird die Kommission eine Aufforderung zur Interessenbekundung für die chen Räumen. Unklarheiten mit Blick auf die praktische Umsetzung bestünden auch bei der Öffnungsklausel, die es den Ländern individuell ermöglicht, weitere kritische Anlagen zu identifizieren. Das KRITIS-Dachgesetz verpflichtet Unternehmen in zehn strategisch wichtigen Sektoren, darunter Energie und Wasser, zu einem besseren physischen Schutz ihrer Anlagen. Es legt fest, welche Infrastruktureinrichtungen für die Versorgung der Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft unentbehrlich sind. Mit einer Rechtsverordnung soll das Bundesinnenministerium die konkreten Kriterien festschreiben. Grundsätzlich zählen Einrichtungen dazu, die mehr als 500 000 Personen versorgen. Für die einzelnen kritischen Dienstleistungen sollen staatliche Stellen Risikoanalysen erstellen. Sie dienen als Grundlage für regelmäßige Risikobewertungen und für Resilienzpläne der Betreiber. Die Betreiber müssen außerdem Vorfälle melden. Das Gesetz legt Mindestanforderungen für alle Sektoren fest, zu denen Maßnahmen für Notfälle und Ausfallsicherheit sowie ein stärkerer Objektschutz gehören. Es macht Betreibern kritischer Anlagen aber keine konkreten Vorgaben, sondern verpflichtet sie lediglich dazu, geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen zu ergreifen. Welche das sind, könne sich von Sektor zu Sektor und von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden, so die Bundesregierung. In Hochwassergebieten seien andere Maßnahmen erforderlich als in anderen örtlichen Umgebungen; ein Krankenhaus müsse anders geschützt werden als das Stromnetz. Das Gesetz wurde am 16. März 2026 im Bundesgesetzblatt I, Nr. 66, veröffentlicht und ist direkt in Kraft getreten: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/ 66/VO.html?nn=197276 w Drohnenabwehr und kritische Infrastruktur: Bundeswehr darf helfen Die Bundesländer können bei der Drohnenabwehr künftig die Bundeswehr in einem einfachen und zügigen Verfahren um Unterstützung bitten. Das sieht die Reform des Luftsicherheitsgesetzes vor, die unter anderem die Drohnenabwehr auf neue rechtliche Füße stellt und am 6. März 2026 den Bundesrat passiert hat. Zuständig für die Entscheidung über einen Einsatz der Bundeswehr ist dann allein das Verteidigungsministerium. Bislang war stets eine EuG: Klagen gegen Kommunalabwasserrichtlinie abgewiesen Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat am 18. Februar 2026 die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abgewiesen. Die DWA begrüßt die Entscheidung des EuG ausdrücklich. „Eine wichtige Entscheidung für die Zukunft unserer Gewässer. Deutschland muss die Kommunalabwasserrichtlinie jetzt pragmatisch und ohne nationale Sonderwege umsetzen, die Branche braucht Planungssicherheit, um die in der Richtlinie gesetzten Fristen einhalten zu können“ betont DWA-Vorständin Dr.-Ing. Lisa Irwin-Broß. Mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie hatte die EU im vergangenen Jahr erstmalig eine Erweiterte Herstellerverantwortung in das EU-Wasserrecht integriert. Pharma- und Kosmetikindustrie müssen nach der Richtlinie 80 Prozent der Kosten – Invest und Betrieb – der vierten Reinigungsstufe bei der Abwasserbehandlung übernehmen. Mit insgesamt 16 Verfahren, die in drei Hauptverfahren zusammengefasst worden waren, hatte die Pharma- und Kosmetikindustrie versucht, diese neu in das Wasserrecht aufgenommene Herstellerverantwortung aufzuheben. Diese Klagen hat das EuG jetzt abgewiesen. Die in der Richtlinie verankerte Erweiterte Herstellerverantwortung bleibt damit bestehen und muss von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht transformiert werden. Download der Urteile: www.gfa-news.de/gfa/webcode/ 20260220_001 w Grünes Licht aus dem Bundesrat für das KRITIS-Dachgesetz Dem KRITIS-Dachgesetz, das die Resilienz kritischer Anlagen stärken und Vorgaben aus Brüssel umsetzen soll, hat der Bundesrat am 6. März 2026 nach umfangreicher Debatte zugestimmt. Trotz Zustimmung üben die Länder in einer begleitenden Entschließung an einigen Regelungen des Gesetzes Kritik. So bemängeln sie, dass der Schwellenwert für kritische Infrastruktur nicht wie von ihnen vorgeschlagen auf 150 000 versorgte Einwohner abgesenkt wird. Dadurch würden zahlreiche essenzielle Infrastruktureinrichtungen weiterhin nicht erfasst – insbesondere in den ländli-
Spektrum 173 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/Zeitschriften bei der Trinkwassergewinnung über Uferfiltration oder der Entnahme von Bewässerungswasser (indirekte Wasserwiederverwendung). https://www.umweltbundesamt.de/ themen/neues-tool-identifiziert-gewaessererhoehtem w Paderborn: Urbane Flusslandschaft der Pader erhält Europäisches Kulturerbe- Siegel Für die einzigartige urbane Flusslandschaft Pader wird Paderborn mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel 2025 ausgezeichnet. Die Europäische Kommission hat am 25. Februar 2026 über die Auswahl der Stätten entschieden. Neben der Pader erhalten zwölf weitere Stätten diese Auszeichnung. Sie beruht auf einer Initiative der Europäischen Union, die anhand dieser zertifizierten Stätten das Wissen über die vielfältige europäische Geschichte ebenso fördern soll wie die Bedeutung und die Werte Europas. Die Pader – mit 4,6 Kilometern der kürzeste Fluss Deutschlands – prägt die städtische Wasserlandschaft von Paderborn, das innerstädtische Quellgebiet ist ein in Europa einzigartiges Naturphänomen, so die EU in einer Pressemitteilung. Die urbane Flusslandschaft, in der Menschen aus ganz Europa seit mehr als 1200 Jahren eine städtische europäische Wasserkultur geprägt haben, ist Teil des Erbes der Wasserkultur Europas. www.pader-europe.eu w Neue DBU-Förderinitiative Digital.Natur.Landschaft Die Förderinitiative Digital.Natur.Landschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt digitale Entwicklungen, die einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz in der Landnutzung leisten. Förderfähig sind insbesondere Vorhaben, die digitale Technologien gezielt zur Erfassung, Bewertung und Steuerung ökologischer Prozesse einsetzen. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liegt insbesondere auf den Themenfeldern Biodiversität (Erfassung, Monitoring und Management), Klimaanpassung und Wasserhaushalt (Dürre-, Hitze- und StarkregenVorsorge sowie Wasserrückhalt und -nutzung) sowie Bodenschutz (Erosion, Bodenfeuchte und Standortbewertung). Gefördert werden praxisnahe Modell- und Pilotvorhaben mit klarer UmweltwirMitgliedstaaten und die Industrie veröffentlichen. Die EU-Kommission wird nun Gespräche mit den Mitgliedstaaten über die vorgeschlagenen Maßnahmen und die wichtigsten Prioritäten aufnehmen. Dabei wird sie auch eng mit anderen Akteuren, einschließlich der Industrie und des Europäischen Parlaments, zusammenarbeiten. Aktionsplan für die Sicherheit von Drohnen und Drohnenabwehr: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/ library/action-plan-drone-and-counterdrone-security w Europaweite Allianz für Wasserresilienz und Klimawandelvorsorge gegründet Als eine von 18 europäischen Regionen gehört Hessen zu den Gründungsmitgliedern einer neuen „Allianz europäischer Regionen für Wasserresilienz und Klimawandelvorsorge“. Die Gründungsveranstaltung fand am 4. März 2026 in Brüssel statt. Die Allianz unterstützt die Regionen aus insgesamt neun europäischen Mitgliedsstaaten künftig dabei, den verstärkt zunehmenden Extremsituationen wie Starkregen, Überschwemmungen, Hitze, Dürren und Waldbränden zu begegnen und deren Folgen zu bewältigen. Ziel ist es, auch im Einklang stehend mit der „Europäischen Strategie zur Wasserresilienz“, einen Zusammenschluss europäischer Regionen zu bilden und damit eine Plattform zur Positionierung regionaler Anliegen auf europäischer Ebene zu schaffen. Weiterhin soll die Zusammenarbeit der Regionen bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen, der Entwicklung und Forschung, dem Austausch von Fachwissen und Erfahrungen und bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit gestärkt werden. w KI-basierte Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes gestartet Der Deutsche Wetterdienst (DWD) nutzt künftig das Potenzial Künstlicher Intelligenz (KI) für die Wettervorhersage: Das neue KI-gestützte globale Wettervorhersagemodell AICON wurde am 2. März 2026 offiziell in Betrieb genommen. AICON verbessert insbesondere die Vorhersage von Temperatur, Wind und Niederschlag. Dabei liefert das Modell für die unmittelbar über der Erdoberfläche gemessenen Größen für die ersten drei Tage präzisere Vorhersagen als alle anderen getesteten KI-Wettermodelle, so der DWD. Durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit den europäischen Wetterdiensten und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) konnte der DWD wichtige KI-Infrastruktur gemeinsam herstellen – eine zentrale Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung des neuen KI-Modells AICON. Für mehr KI-Ressourcen hat das Bundesverkehrsministerium Investitionsmittel für einen neuen Hochleistungsrechner bereitgestellt, um von 2027 an globale wie auch hochaufgelöste regionale KI-Modelle zu trainieren und klassische physikalischbasierte Wettervorhersagemodelle in sehr viel höherer Genauigkeit zu berechnen. Der DWD ist einer von 15 globalen Knotenpunkten im internationalen Datenaustausch der Wetterdienste. Insgesamt gehen täglich rund acht Terabyte an Beobachtungsdaten zum aktuellen Zustand der Atmosphäre beim DWD in Offenbach ein. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Hochleistungsrechner NEC SX-Aurora Tsubasa im Routinebetrieb rund 400 000 Modellvorhersagen sowie zusätzliche Entwicklungsläufe berechnet und automatisch etwa 100 Millionen Karten und Grafiken mit meteorologischen Daten produziert – Tendenz steigend. w UBA: Neues Tool identifiziert Gewässer mit erhöhtem Abwasserrisiko Ein neues interaktives Werkzeug verknüpft Daten zu Abwasserbehandlung und Gewässerschutz. So können bundesweit Gewässer mit erhöhten Belastungen identifiziert werden. In Deutschland werden jährlich rund 8,3 Milliarden Kubikmeter kommunales Abwasser behandelt und in die Gewässer eingeleitet. Das behandelte Abwasser enthält jedoch nach wie vor ein breites Spektrum an Chemikalien, die ein Risiko für die Gewässer, ihre Lebensgemeinschaften und mit Blick auf die Trinkwassergewinnung auch für die menschliche Gesundheit bergen, so das Umweltbundesamt. Mit einem ergänzenden Simulationsmodul können für ein ausgewähltes Einzugsgebiet eines Gewässerabschnitts oder für eine Kläranlage die Auswirkungen sich ändernder Abflussverhältnisse simuliert werden. Die Kenntnisse zum Abwasseranteil in Gewässern sind auch im Kontext der Wasserwiederverwendung relevant. Diese Informationen verbessern die Einschätzung von Risiken, insbesondere
Spektrum 174 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/KW bis 2035 verwirklicht werden. Es geht um 38 Gewässer – ausgenommen die Elbe – mit insgesamt 375 Kilometern Uferlinie auf etwa 3200 Hektar Stadtgebiet. Die Stiftung Lebensraum Elbe setzt dieses Naturschutzgroßprojekt für Hamburg um. Es zielt darauf ab, das verzweigte Netz aus Flüssen, Bächen und Kanälen ökologisch zu stärken, das die Stadt auf einzigartige Weise prägt. Hamburger Gewässer mit ihren Ufern und Auen sollen als Lebens- und Wanderräume für Pflanzen und Tiere entwickelt und dabei unterstützt werden, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Unter anderem können Ufer abgeflacht, Gewässerläufe naturnah verlängert, gemauerte Uferkanten mit Pflanzelementen ergänzt oder Totholz eingebracht werden. Durch Besucherlenkung und neue Wasserzugänge soll auch der Freizeit- und Erholungswert entlang der Gewässer gesteigert werden. Das Projekt möchte die Hamburgerinnen und Hamburger enger mit der städtischen Flussnatur verbinden und das Bewusstsein für den Wert der Stadtnatur stärken. www.stiftung-lebensraum-elbe.de w Hochwasser-Vorsorge-Preis 2026 ausgeschrieben Bis zum 30. Juni 2026 sind Bewerbungen um den Hochwasser-Vorsorge-Preis 2026 möglich. Ausgeschrieben wird der Preis von der Akademie Hochwasserschutz und dem Deutschen Komitee Katastrophenvorsorge e. V. (DKKV). Ausgezeichnet werden Kommunen, die durch vorbildliche Maßnahmen dazu beitragen, sich gegen zukünftige Überflutungen zu schützen und langfristige Konzepte umzusetzen. Der Hochwasservorsorge-Preis richtet sich an Kommunen mit ihren Hilfsorganisationen und Krisenstäben, Feuerwehren und deren Einsatzleitungen, Verantwortungsträger *innen sowie andere Akteure der operativen Hochwasservorsorge. Der Preis ist 1500 Euro prämiert. https://www.akademie-hochwasserschutz. de w Nachhaltige Gewässerbewirtschaftung im Lausitzer Revier Bis Mitte 2029 werden im Projekt „Multifunktionale Gewässerbewirtschaftung“ Planungsgrundlagen für die nachhaltige Nutzung und naturnahe Gestaltung der Gewässer in den Landkreisen Görlitz und Bautzen erarbeitet. Im Blickpunkt steht die kung, messbaren Indikatoren und hoher Anschlussfähigkeit in die Praxis. Die Vorhaben sollen offene Schnittstellen, geeignete Datenstandards und, wo möglich, OpenSource-Komponenten vorsehen und eine Übertragbarkeit auf andere Regionen und Anwendungsfelder sicherstellen. Die Umweltwirkungen sollen projektangemessen beschrieben und, soweit möglich, durch geeignete Indikatoren nachvollziehbar dargestellt werden. Förderfähig sind insbesondere Vorhaben, die digitale Technologien gezielt zur Erfassung, Bewertung und Steuerung ökologischer Prozesse einsetzen. https://www.dbu.de/themen/foerderinitiativen/digital-natur-landschaft w Baden-Württemberg: Jahresdaten zur Sickerwasserrate online abrufbar Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat ihr Online-Angebot zur Grundwasserneubildung erweitert: Nun stehen landesweit zusätzlich Daten zur Sickerwasserrate zur Verfügung. Sie ergänzen die bereits veröffentlichten Informationen zur Grundwasserneubildung aus Niederschlag und ermöglichen eine noch differenziertere Betrachtung der langfristigen Entwicklung der Grundwasservorräte. Für alle 1101 Gemeinden sowie für jeden der 44 Stadt- und Landkreise lässt sich die langfristige Entwicklung der Grundwasserneubildung und der Sickerwasserrate abrufen. Die Daten stehen sowohl für einzelne Jahre (1951 bis 2024) als auch als 30-jährige Mittelwerte zur Verfügung. Die zusätzlich zur Verfügung gestellten Daten der Sickerwasserrate für Baden-Württemberg stammen aus der landesweiten LangzeitBerechnung mit dem Bodenwasserhaushaltsmodell „Grundwasserneubildung Baden-Württemberg“ und werden gezielt für den Jahresdatenkatalog Grundwasserneubildung aufbereitet. https://umweltdaten.lubw.baden-wuerttemberg.de/w/grundwasserneubildung w Innovatives System misst den Zustand des Ökosystems von Seen Ein neues, federführend von der TU Graz entwickeltes Monitoringsystem misst Bootswellen mittels Satellitennavigationsdaten und Sensorik auf Bojen millimetergenau und erlaubt erstmals Untersuchungen, wie sehr Bootsverkehr, Wetter und andere Faktoren das Ökosystem von Seen beeinflussen. Das Monitoringsystem wurde für den Wörthersee entwickelt und auch dort getestet. Ergebnisse des Projekts WAMOS (Wave Monitoring System based on GNSS/INS Integration) zeigen, dass von Booten verursachte Wellen eine signifikante Auswirkung auf die ökologische Funktionsfähigkeit des Sees haben. „Wir konnten erstmals wissenschaftlich belegen, wie stark Motorbootswellen zur Aufwirbelung von Sedimenten und damit zur Trübung des Wassers beitragen und insbesondere den Unterwasserpflanzen zusetzen“, sagt Philipp Berglez vom Institut für Geodäsie der TU Graz. Zur Bestimmung der Wellenhöhen stattete das Team der TU Graz Bojen mit Sensorik zur präzisen Positions- und Bewegungsbestimmung mittels Satellitenortung (GNSS) und Beschleunigungssensorik (INS) aus. Die so aufgezeichneten Sensordaten der Bojen werden zur Berechnung der Wellenhöhe verwendet. Parallel zu den Wellenmessungen hat das Wiener Limnologie-Unternehmen systema umfangreiche gewässerökologische Untersuchungen durchgeführt, darunter Trübungsmessungen und ein Makrophyten-Monitoring über zwei Vegetationsperioden. Die Untersuchungen ergaben erste Aussagen über die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen: Schilfschutzzäune sind wirksam, indem sie vor allem starken Wellengang vom Ufergürtel fernhalten, wodurch sich Pflanzen neu ansiedeln und ausbreiten können. Bootswellen sind aufgrund ihrer hohen Wellenenergie selbst durch Schilfschutzzäune noch abgeschwächt nachweisbar. „Den besten Schutz aber bieten eindeutig natürliche, unverbaute Buchten“, betont Philipp Berglez. w „Hamburg, deine Flussnatur“: Bund fördert Hamburger Vorzeigeprojekt mit Millionenbetrag Rückenwind für das Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“: Um die Hamburger Gewässer bis 2035 artenreicher und erlebbarer zu machen, steht für die kommenden zehn Jahre ein Gesamtbudget von rund 25 Millionen Euro bereit. Den Großteil dieser Summe trägt der Bund. Mit der Übergabe der Förderurkunde durch Bundesumweltminister Carsten Schneider Ende Februar 2026 startet die Umsetzung von „Hamburg, deine Flussnatur“. Basis ist der bis Anfang 2025 entwickelte umfangreiche Pflege- und Entwicklungsplan. Bis zu 500 Maßnahmen sollen
Spektrum 175 w Korrespondenz Wasserwirtschaft · 2026 (19) · Nr. 4 | www.dwa.info/Zeitschriften Wassergüte der Flüsse Schwarze Elster, Spree und Lausitzer Neiße. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) unterstützt damit den Strukturwandel im Lausitzer Braunkohlerevier. Im Zentrum des Projekts stehen Gewässerbewirtschaftungskonzepte: Ausgehend von den festgestellten Defiziten bei der Gewässergüte werden Vorschläge für die Verbesserung des Zustands entwickelt (Bewirtschaftungsmaßnahmen). Dabei werden innovative Ansätze, wie die Anwendung moderner Fließgewässermodelle und die Ermittlung ökologischer Mindestwasserabflüsse, pilothaft erprobt. Die Rahmenbedingungen für mögliche zukünftige Gewässernutzungen sind Teil der Konzepte. Städte und Gemeinden sowie die Landkreise werden in die Prozesse eingebunden. Die Kommunen sollen auch von weiteren Erkenntnissen aus der Projektarbeit profitieren. Das betrifft die Erhebung und Auswertung von Klimadaten für die zukünftige Ausrichtung der Gewässerentwicklung und -bewirtschaftung. Für das Projekt stehen bis Ende 2029 insgesamt 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. 70 Prozent der Mittel trägt die Europäische Union über den Just Transition Fund zur Unterstützung des Strukturwandels in den Bergbauregionen. Die restlichen 30 Prozent werden vom Freistaat Sachsen kofinanziert. Projekt-Website: https://www.wasser.sachsen.de/ multifunktionale-gewaesserbewirtschaftung-22428.html w Regierung zu Kosten des Küsten- und Hochwasserschutzes Der Bund unterstützt Maßnahmen des Küstenschutzes in den Jahren 2026 bis 2035 mit Bundesmitteln in Höhe von 536 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 21/4097) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nach dem Investitionsbedarf in Küsten- und Hochwasserschutz hervor. Den Mehrbedarf für Küstenschutzmaßnahmen hätten die Küstenländer 2020 in einem Sachstandsbericht beziffert, heißt es dort weiter. Daraufhin seien ihnen für die Jahre 2024 bis 2040 Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von insgesamt 885,43 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Einschließlich Landesmitteln belaufen sich laut Antwort die Verpflichtungsermächtigungen auf insgesamt 924 Millionen Euro. Die Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms für die Jahre 2026 bis 2035 veranschlagten die Länder auf rund vier Milliarden Euro, so die Bundesregierung. Sie weist in ihrer Antwort darauf hin, dass die Umsetzung von Küsten- und Hochwasserschutz Aufgabe der Länder sei. Dem Bund lägen daher keine „vollumfänglichen Daten“ vor. Allerdings berichte er öffentlich über die Verwendung von Bundesmitteln für Küsten- und Hochwasserschutz im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK). https://dserver.bundestag.de/ btd/21/040/2104097.pdf w Niedersachsen: Mehr Investitionen in Hochwasserschutz und für die Modernisierung von Schöpfwerken In Niedersachsen werden Hochwasserschutzmaßnahmen, aber auch Grundinstandsetzung von Schöpfwerken und wasserbaulichen Einrichtungen mit zusätzlichen aus dem EU-Programm ELER mit Kofinanzierung des Landes gefördert. 35 Vorhaben mit einem konnten bereits bewilligt werden, drei Maßnahmen befinden sich noch im Bewilligungsverfahren. „Insgesamt können wir bis zu 38 Vorhaben mit 46 Millionen Euro bewilligen“, so Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer. Aus den bislang geförderten 35 Maßnahmen sind 26 Grundinstandsetzungen von Schöpfwerken. Angesicht der hohen Zahl an Anträgen für die Modernisierung der wasserwirtschaftlichen Anlagen hat der Umweltminister entschieden, noch dieses Jahr weitere 20 Millionen aus dem Investitionsprogramm des Landes für eine neue Förderrunde bereitzustellen. w Naturschutzgroßprojekt im Thüringer Wald gestartet Die Umsetzung des Naturschutzgroßprojekts „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ hat begonnen. Ziel des Projektes ist es, den typischen Biotopverbund von Bächen, Mooren und Bergwiesen im Herzen des Thüringer Waldes ökologisch zu stärken, den Wasserrückhalt in der Region zu fördern und so auch das identitätsstiftende Landschaftsbild zu erhalten. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben im Programm „chance.natur“ mit 7,8 Millionen Euro. Weitere Finanzmittel stellen der Freistaat Thüringen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro und die Naturstiftung David als Projektträgerin mit Unterstützung weiterer Partner in Höhe von 1,0 Millionen Euro bereit. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt das Projekt fachlich und administrativ. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen nun Maßnahmen zur Wiederherstellung des für den Thüringer Wald typischen Biotopverbunds realisiert werden. In die Umsetzung werden verschiedene regionale Akteursgruppen, beispielsweise aus der Landwirtschaft und den Gewässerunterhaltungsverbänden, eingebunden. https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/ baeche-moore-und-bergwiesen-im-thueringer-wald https://www.naturstiftung-david.de/ thueringerwald w Feuchtgebiet Merklinger Ried: 1,3 Millionen Förderung für Wiedervernässung Das Merklinger Ried (Weil der Stadt, BadenWürttemberg), soll renaturiert werden. Das Merklinger Ried ist nicht nur ein einzigartiger Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt in der Region. Mit dem Projekt möchte die Kommune das Feuchtgebiet stabilisieren, den Ausstoß von Treibhausgasen vermindern und wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen sichern. Das Bundesumweltministerium unterstützt die Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 1,35 Millionen Euro. Weil der Stadt reagiert mit dem Projekt auf die fortschreitende Austrocknung des Merklinger Rieds, die durch die starke Absenkung des Grundwasserspiegels verursacht wird. Diese Entwicklung ist vor allem auf die starke Vertiefung des Flussbetts der Würm seit der Begradigung des Flusses in den 1960er- und 1970er-Jahren sowie zunehmend trockene Sommer infolge des Klimawandels zurückzuführen. Das Moor verliert dadurch an Substanz, und die Lebensgrundlage vieler Pflanzen und Tiere geht verloren. Um das auszugleichen, legt die Stadt Regenwasserkanäle an und leitet gezielt Wasser zurück in das Gebiet. Ergänzend werden Feuchtwiesen und Schilfflächen gepflegt und renaturiert, um die Lebensräume typischer Röhricht- und Feuchtgebietsarten wie Teichrohrsänger und Rohrammer aufzuwerten. w
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