KA-2026-06

KORRESPONDENZ ABWASSER·ABFALL 6|26 DR4900 Labor-Spektralphotometer Smarte Technologie für zuverlässige Ergebnisse Hier geht’s zu den Details Entdecken Sie, wie das DR4900 Ihre Laborabläufe optimiert und Ihnen präzise und verlässliche Laborergebnisse liefert. 73. Jahrgang · Nr. 6 · Juni 2026 · 10889 DWA-Politikmemorandum Seite 468 Ausstellung „Mission Aqua“ Seite 472 Papiertheater für Kinder Seite 474 Modellierung von Blau-Grünen Infrastrukturen Seite 480 Modellansätze für Blau-Grüne Infrastrukturen Seite 488 Fällmittelengpässe Seite 498 Schwer fällbare Phosphorverbindungen Seite 507 IFAT Munich Seite 521 Foto: chemieshop24.de Foto: Fraunhofer IGB Foto: Messe München GmbH

HYSTEM EXTRAN www.itwh.de Hannover Dresden Flensburg Nürnberg itwh GmbH 30167 Hannover HYSTEM-EXTRAN ist der Pionier für die hydrodynamische Kanalnetzberechnung. Mit HYSTEM-EXTRAN überprüfen Sie die hydraulische Leistungsfähigkeit nach den Vorgaben des DWA-Arbeitsblattes 118. Durch den Ansatz von Stoffgrößen lässt sich die Berechnung erweitern, um den Frachtaustrag an Mischwasserbehandlungsanlagen zu untersuchen (hydrodynamische Schmutzfrachtberechnung). Als Niederschlagsbelastung stehen zur Wahl: Modellregen, Naturregen (Regenschreiber) und radargemessene Regen. Mit HYSTEM-EXTRAN erstellen und verwalten Sie mühelos selbst große Kanalnetzmodelle. Der Modellaufbau erfolgt z.B. über den Import von ISYBAU- und DWA-M150-Dateien. Oder ganz einfach durch die Datenübernahme aus einer Microsoft Excel-Tabelle. Automatische Prüfungen zeigen Datenfehler oder Datenlücken sofort an. In der graphischen Netzansicht wird das Kanalnetz in seiner Entstehung von den ersten Daten bis zum rechenfähigen Netz kontinuierlich angezeigt. Alle Netzelemente sind über die Netzansicht anwähl- und bearbeitbar. Als Hintergrund können Online-Karten (z.B. Top-Karten) oder Bildformate (z.B. Luftbilder) geladen werden. Alle Objekte werden georeferenziert verwaltet und lagerichtig angezeigt. HYDRODYNAMISCHE KANALNETZSIMULATION Direkt mit der Demo starten! Überprüfung der hydr. Leistungsfähigkeit (DWA-A 118) Nachweis der Überstauhäufigkeit (DWA-A 118) Langzeit-Seriensimulation (automatisiert mit Erweiterung LANGZEIT) Konzeption und Vorbemessung (DIN EN 752 2017) Modellkalibrierung und Vergleich mit Messdaten Radargemessene Niederschlagsdaten Engelbosteler Damm 22 itwh@itwh.de 0511 971930 Mit der Erweiterung LANGZEIT lassen sich für den Überstaunachweis mit wenig Aufwand Starkregenserien zusammenstellen, simulieren und auswerten. HYSTEM-EXTRAN Rechenmodelle können auch mit den itwh Produkten GIPS (CAD) und FOG Pro (GIS) erstellt werden. Sie möchten HYSTEM- EXTRAN ausprobieren? Dann nutzen Sie unsere kostenlose Demo-Version! Jetzt ausprobieren: HE Viewer Free* * Der HYSTEM-EXTRAN Viewer Free ermöglicht es, Dritten Berechnungsergebnisse digital bereitzustellen – ohne, dass diese über eigene Lizenzen für HYSTEM-EXTRAN verfügen müssen. Mehr Infos und Download unter: https://itwh.de/de/softwareprodukte/desktop/hystem-extran-viewer-free/ KANALNETZBERECHNUNG Wir haben die passende Software für Ihre Herausforderung in der Siedlungsentwässerung.

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/Zeitschriften Organ der DWA – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. und des Güteschutz Kanalbau Herausgeber und Verlag: GFA Theodor-Heuss-Allee 17, D-53773 Hennef Postfach 11 65, D-53758 Hennef Telefon +49 2242 872-333, Telefax +49 2242 872-151 Internet: www.gfa-news.de Redaktionsbeirat: 1. Prof. Dr. Uli Paetzel, DWA-Präsident 2. Prof. Dr.-Ing. Silvio Beier, DWA-HA „Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz“ 3. Dr.-Ing. Lisa Irwin-Broß, DWA-Vorstand 4. Dipl.-Ing. Rainer Könemann, DWA-HA „Kreislaufwirtschaft, Energie und Klärschlamm“ 5. Rechtsanwalt Stefan Kopp-Assenmacher, DWA-HA „Recht“ 6. Dipl.-Ing. Christine Mesek, DWA-HA „Wirtschaft“ 7. Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke, DWA-Vorstand 8. Dr.-Ing. habil. Uwe Müller, DWA-HA „Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“ 9. Prof. Dr.-Ing. André Niemann, DWA-HA „Bildung und Internationale Zusammenarbeit“ 10. Prof. Dr.-Ing. Frank Obenaus, DWA-HA „Kommunale Abwasserbehandlung“ 11. Prof. Dr.-Ing. Klaus Hans Pecher, DWA-HA „Siedlungsentwässerung und urbanes Regenwassermanagement“ 12. Julia Schrade, M. Sc., Junge DWA 13. Rolf Usadel, GFA-Vorstand 14. Prof. Dr.-Ing. Silke Wieprecht, DWA-HA „Wasserbau und Wasserkraft“ 15. Dr. Jörg Zausig, DWA-HA „Gewässer und Boden“ Redaktion: Dr. Frank Bringewski (ChR, v. i. S. d. P.), Tel. +49 2242 872-190, E-Mail: bringewski@dwa.de Katharina Spieß, M. Sc., Tel. +49 2242 872-251, E-Mail: spiess@dwa.de Anzeigen: Monika Kramer, Tel. +49 2242 872-130, E-Mail: anzeigen@dwa.de Christian Lange, Tel. +49 2242 872-129, E-Mail: lange@dwa.de Sekretariat: Bianca Jakubowski Tel. +49 2242 872-138 E-Mail: jakubowski@dwa.de Erscheinungsweise: monatlich vierteljährliche Beilage KA Betriebs-Info Anzeigenpreise: Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 54 vom 01. Januar 2026 Satz: inpuncto:asmuth druck + medien gmbh, Bonn Druck, Bindung: DCM Druck Center Meckenheim GmbH, Meckenheim Bezugspreis: Der Verkaufspreis ist durch den DWA-Mitgliedsbeitrag abgegolten. DWA-Mitglieder, die Mehrexemplare der KA erwerben möchten oder die sich für die Zeitschrift KW Korrespondenz Wasserwirtschaft als kostenlose Mitgliederzeitschrift entschieden haben, können die KA zusätzlich für 124,00 Euro zzgl. Versandkosten bestellen. Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikrofilm oder irgendein anderes Verfah- ren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen verwendbare Sprache übertragen oder übersetzt werden. Von einzelnen Beiträgen oder Teilen von ihnen dürfen nur einzelne Vervielfältigungs- stücke für den persönlichen und sonstigen eigenen Gebrauch hergestellt wer- den. Die Weitergabe von Vervielfältigungen, gleichgültig zu welchem Zweck sie hergestellt werden, ist eine Urheberrechtsverletzung. – Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für eventuelle Druckfehler keine Haftung. Insbesondere unterliegen die Angaben in Industrie- und Produktberichten nicht der Verantwortung der Redaktion. Richtlinien zur Abfassung von Manuskripten können beim Redaktionssekretariat angefordert werden. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier mit Recyclingfasern. © GFA D-53773 Hennef ISSN 1866-0029 Korrespondenz Abwasser, Abfall JETZT ANSEHEN RECHENVIDEO Da sein, wo's drauf ankommt! KA Schwerpunkt-Hefte 2026 Wasserwirtschaft. Abwasser. Abfall. ♻Juli (29.6.) Klärschlamm Anzeigenschluss 1.6.2026 Oktober (2.10.) Spurenstoffe Anzeigenschluss 7.9.2026 Alle Infos unter dwa.info/mediadatenka Kontakt für Ihr unverbindliches Anzeigenangebot Monika Kramer | +49 2242 872-130 | anzeigendwa.de dwa.info/mediadatenka DWA- 195 Kunde: DWA 4c rgb nach cmyk gewandelt 86 x 125mm

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/KA 458 Beiträge in KW Korrespondenz Wasserwirtschaft 6/2026 Schwerpunkt: Wasserbewusste Siedlungsentwicklung M. Lewe, B. Hörnschemeyer, M. Henrichs: Ableitung und Verortung von blau-grünen Maßnahmenkombinationen zur Klimaanpassung S. Kriegebaum, M. Gunkel, R. Gnirss: GIS-basierte Flächenpotenzialanalyse für dezentrale Versickerungsmaßnahmen Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe SR-2.6 „Abfluss- und Schmutzfrachtsimulation“: Modellierung von Blau-Grünen Infrastrukturen. HSG Sim – Hochschulgruppe Simulation, AG Blau-Grüne Infrastruktur: Eignung und Grenzen von Modellansätzen zur Abbildung Blau-Grüner Infrastrukturen Inhalt Editorial Von IFAT, Politik, Cyber Security, Fällmittelengpässen und mehr . . . . . . . . . . . . . .............. 461 Frank Bringewski Berichte DWA-Politikmemorandum: Resilienz stärken, Zukunft gestalten Pragmatische Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie und verlässliche Rahmenbedingungen für die Klimaanpassung . . . . . . ....... 468 Ausstellung „Mission Aqua“ eröffnet Mehr Wissen übers Wasser für besseren Ressourcenschutz . . . . . . . . . . . . . .............. 472 Feuchttücher, Medikamente – große Aufregung im Abwasserrohr Mit Papiertheater Kinder für Wasser begeistern . . . . . . ....... 474 Stefan Bröker Junge DWA Berlins Wasserwirtschaft hat für den Nachwuchs viel zu bieten! . . . . . . . . . . ........... 476 Anke Soppert und Sophia Nerrether Siedlungsentwässerung / urbanes Regenwassermanagement Modellierung von Blau-Grünen Infrastrukturen Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe SR-2.6 „Abfluss- und Schmutzfrachtsimulation“ . . . . . . . . .......... 480 Eignung und Grenzen von Modellansätzen zur Abbildung Blau-Grüner Infrastrukturen . . . . . . . ......... 488 Katharina Fuchs (Hannover), Fabian Funke (Innsbruck, Österreich), Birgitta Hörnschemeyer (Münster), Saphira Schnaut (Düsseldorf), Philipp Staufer (Zürich, Schweiz) Kommunale Abwasserbehandlung Resilienzbewertung abwassertechnischer Anlagen gegenüber Fällmittelengpässen . . . . . . . . . . . . .............. 498 Awelina Seer, Matthias Barjenbruch (Berlin), Christian Wilhelm (Hennef) Industrieabwässer / anlagenbezogener Gewässerschutz Schwer fällbare Phosphorverbindungen in industriellen Abwässern – Teil 1: Vorkommen, Umgang und Ersatzstrategien Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe IG-5.2 . . . . . . ........ 507 DWA Regelwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................ 513 Politikberatung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..................... 516 Landesverbände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..................... 517 IFAT 2026 IFAT Munich 2026: Umwelttechnologien werden zur globalen Schlüsselindustrie 142 000 Besucher und 3400 Aussteller . . . . . . . . . . ........... 521 IFAT 2026 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........................ 523 Beide Verbandszeitschriften – KA und KW – auch online lesen: https://www.dwadirekt.de  6|26 Newsletter aus der Redaktion der DWA-Zeitschriften Im Umfeld der Wasserwirtschaft passiert mehr, als in den DWAZeitschriften KA und KW gedruckt werden kann. Aktuelle Nachrichten, vor Erscheinen der Zeitschriften, bekommt man auf der Website www.gfa-news.de, die von der Redaktion betreut wird. Dort kann man auch einen E-Mail-Newsletter abonnieren, der in der Regel alle zwei Wochen montags verschickt wird.

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/Zeitschriften 459 Rubriken Spektrum �����������������������������������������������������������������������������������462 Güteschutz Kanalbau ���������������������������������������������������������������478 Personalien ���������������������������������������������������������������������������������518 Bücher �����������������������������������������������������������������������������������������520 Veranstaltungen �����������������������������������������������������������������������521 Stellenmarkt �������������������������������������������������������������������������������524 Adressenbörse für die Abfallwirtschaft �������������������������������526 Ingenieurbüros �������������������������������������������������������������������������526 Güteschutz Kanalbau – Gütezeicheninhaber ���������������������534 Beilagenhinweis ��������������������������������������������������������������506 KA 7/2026 Anzeigenschluss: 1. Juni 2026 Erscheinungstermin: 29. Juni 2026 KA 8/2026 Anzeigenschluss: 6. Juli 2026 Erscheinungstermin: 31. Juli 2026 Abonnieren Sie den monatlichen Themenplan kostenlos auf www.dwa.info/ThemenKA  Korrespondenz Abwasser, Abfall Schwerpunkt Klärschlamm Seite 468 Am 20. April 2026 hat die DWA im Rahmen des DWA-Dialogs zum Gewässerschutz ihr neues Politikmemorandum an das Bundesumweltministerium und an die wasserpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Bundestagsfraktionen übergeben und diskutiert. Die DWA fordert die Bundespolitik auf, die Weichen für eine zukunftssichere Wasserwirtschaft zu stellen und Resilienz als Leitlinie der Wasserpolitik zu verankern. Foto: chemieshop24.de Seite 498 Die Versorgung mit Fällmitteln stellt ein sensibles System dar. Die Krise von 2022 ist kein Ausreißer, sondern offenbart strukturelle Schwächen, die in Folge multifaktorieller Einflussgrößen erneut auftreten können. Klärwerke müssen sich heute die entscheidende Frage stellen: Wie widerstandsfähig sind wir, wenn die Lieferkette erneut stockt? Seite 480 Ein Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe SR-2.6 soll ein grundlegendes Verständnis des Konzepts Blau-Grüne Infrastruktur (BGI) in der Siedlungsentwässerung und dessen Modellierung vermitteln. Foto: Fraunhofer IGB Seite 521 Rund 3400 Aussteller und etwa 142 000 Besucher waren auf der IFAT Munich vom 4. bis 7. Mai 2026 präsent. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen zeigten auf 300 000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity. Foto: Messe München GmbH Seite 488 Um die Eignung unterschiedlicher Modellansätze zur Abbildung von Blau-Grüner Infrastruktur (BGI) zu untersuchen und um Lücken in der Prozessabbildung aufzuzeigen, wurden sieben Modellansätze iterativ für verschiedene Anwendungsfälle der Siedlungsentwässerung bewertet. Hierbei wurden die jeweiligen räumlichen Skalen berücksichtigt. Foto: Bezirksamt Hamburg-Altona Seite 507 In vielen Industriebranchen werden Phosphonate und Phosphonsäuren eingesetzt, die schwer bis gar nicht fällbar sind. Daraus können sich Restkonzentrationen im Ablauf großtechnischer Industriekläranlagen an nicht reaktiven Phosphorverbindungen ergeben, die Werte von 0,3 bis 1 mg/l erreichen. Vorkommen, Umgang und Ersatzstrategien sind Thema eines Arbeitsberichts der DWA-Arbeitsgruppe IG-5.2. FACHBEITRÄGE | IndustrIeabwässer / anlagenbezogener gewässerschutz 508 1 Einleitung, rechtliche Einordnung und Zielsetzung die europäischen anforderungen an eine gute Qualität der gewässer erfordern die einhaltung des standes der technik (st. d. t.) bei der reinigung von kommunalen und industriellen abwässern als Mindestanforderung an die emissionen. Für die gewässer ist zusätzlich eine Immissionsbetrachtung bei der einleitung von gereinigten abwässern erforderlich. eine Überprüfung der resultierenden Mischkonzentration im gewässer im rahmen der Immissionsbetrachtung kann für leistungsschwache gewässer zu deutlich höheren anforderungen führen als die sich aus dem einsatz des st. d. t. ergebenden und in den anhängen der abwasserverordnung als Mindestanforderung formulierten einleitungskonzentrationen für verschiedene branchen. eine besondere Problematik ergibt sich beim Parameter „Phosphor“, da Phosphor als eutrophierender nährstoff aus gewässersicht weitgehend minimiert werden sollte. bei vielen Industriebranchen werden aber Phosphonate und Phosphonsäuren eingesetzt, die schwer bis gar nicht fällbar sind1). daraus können sich restkonzentrationen im ablauf großtechnischer Industriekläranlagen an nicht reaktiven P Verbindungen ergeben, die werte von > 0,3 bis 1 mg/l erreichen. auch für kommunale Kläranlagen ist eine differenzierte betrachtung der Phosphorfraktionen von bedeutung. Je nach herkunft der abwässer sind zum teil relevante Mengen dieser im hinblick auf ihre technische eliminierbarkeit problematischen PVerbindungen im zulauf zu finden. so wurde zum beispiel in zwei kommunalen Kläranlagen ein anteil von 10–40 % PhosphonatP an der gelösten schwer fällbaren P Fraktion ermittelt [1]. grundlage aller rechtlichen regelungen ist die einhaltung einer guten Qualität der gewässer. Für den guten zustand und das gute ökologische Potenzial von Fließgewässern gilt nach anlage 7 der Verordnung zum schutz der oberflächengewässer (ogewV) [2] zum beispiel für den gewässertyp 2.1 und 3.1 für den Parameter P eine Konzentration von orthoPhosphatPhosphor (oPo4 P) ≤ 0,05 mg/l und für Gesamtphosphor (Pges) ≤ 0,1 mg/l. Von einigen bundesländern wurden bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme festgelegt, in denen zum beispiel Jahresmittelwerte für den ablauf großer kommunaler Kläranlagen auf bis zu 0,2 mg/l Pges abgesenkt wurden [3]. die künftigen anforderungen nach der europäischen Kommunalabwasserrichtlinie (Karl) wurden zum beispiel für große kommunale anlagen auf werte von 0,5 mg/l Pges festgelegt [4]. emissionsseitig gilt die abwasserverordnung (abwV) [5], die zum beispiel im anhang 3 vom 19.04.2024 für Industriebranchen aus der herstellung von nahrungs und Futtermitteln einen Pges wert von 2 mg/l festgelegt hat. eine separate ausweisung der gelösten unreaktiven Phosphorverbindungen (guP) wird dabei nicht getroffen. Für Indirekteinleiter ergeben sich die anforderungen an die zulässigen Konzentrationen von Phosphor über die jeweiligen kommunalen satzungen und gegebenenfalls über Mischungsrechnunden beschrieben. weiterhin werden ersatzstoffe und strategien sowie deren auswirkungen erläutert. 2 Einführung in die Problematik Relevanz von unreaktiven Phosphorverbindungen Industriell werden verschiedene P Verbindungen wie Phosphane, Phosphoniumsalze, phosphonige säuren (Phosphite), Phosphinsäuren, Phosphorsäureester und Phosphonsäuren (Phosphonate) sowie Polyphosphate eingesetzt, die zur gelösten unreaktiven (guP) und partikulären Phosphorfraktionen (PP) im abwasser beitragen können. die gelöste organische P Fraktion in den abläufen deutscher Kläranlagen nahm ab den frühen 1980er Jahren zu, als Phosphonate, also organische Phosphonsäureverbindungen, zunehmend in den Formulierungen von Vollwaschmitteln [6] und in technischen Prozessen [7] eingesetzt wurden. Inzwischen konnten Phosphonate (abbildung 1) bereits im zulauf von deutschen Kläranlagen als signifikanter bestandteil der gelösten unreaktiven PFraktion nachgewiesen werden [1]. technische Produktformulierungen mit Phosphonaten können zudem bedeutsame anteile an synthesenebenprodukten und anderen phosphororganischen Verbindungen enthalten [8]. darüber hinaus können Phosphonate vor dem eintritt in die Kläranlage auch chemischphysikalischen abbauprozessen unterliegen [9]. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der anteil der Phosphonate an der guP Fraktion als hoch einzuschätzen ist und innerhalb der guP Problematik diese stoffgruppe besonders zu beachten ist. Abb. 1: Strukturformeln besonders wichtiger organischer Phosphonsäuren [10] PBTC 2 Phosphonobutan1,2,4 tricarbonsäure HEDP 1 hydroxyethan1,1 diphosphonsäure NTMP nitrilotris(methylen phosphonsäure) EDTMP ethylendiamintetra (methylenphosphonsäure) DTPMP diethylentriaminpenta (methylenphosphonsäure)

DWA-Stellenmärkte www.dwa.info/jobs © AdobeStock / tomertu Die DWA bietet Ihnen mit den Online-Stellenmärkten und Verbandszeitschriften die besten Stellen aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Gehen Sie gleich online auf www.dwa.info/jobs oder stöbern Sie im Stellenmarkt der DWA-Verbandszeitschriften KA Korrespondenz Abwasser, Abfall und KW Korrespondenz Wasserwirtschaft. Für Arbeitgebende: Auf www.dwa.info/jobs-schalten finden Sie alle Informationen für Ihre Stellenausschreibung. Wir beraten Sie gerne unter +49 2242 872-130 oder anzeigen@dwa.de Finden Sie Ihren Job oder Ihr Personal über die DWA-Stellenmärkte!  DWA-Online-Stellenmarkt www.dwa.info/jobs  DWA-Landesverbands-Stellenmärkte  DWA Nachwuchskräfte-Stellenmarkt www.dwa.info/jobs-nw  KA Korrespondenz Abwasser, Abfall  KW Korrespondenz Wasserwirtschaft gesucht – gefunden! NEU: Print-Online-Kombi „Arbeitgebende stellen sich vor“

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/Zeitschriften Editorial 461 Von IFAT, Politik, Cyber Security, Fällmittelengpässen und mehr werden komplexe Sicherheitsszenarien in einer simulierten Systemumgebung ganzheitlich erlebbar – vom Ausfall kritischer Infrastrukturen über Evakuierungsmaßnahmen bis hin zur Krisenkommunikation. Was in diesen Monaten auch in quasi keinem Heft in der Rubrik „Spektrum“ fehlt, sind Meldungen über neue Anlagen und Verfahren zum Umgang mit Klärschlamm, Stichwörter „Phosphorrückgewinnung“, „Monoverbrennung“, so auch jetzt. Es bleibt also spannend in der Wasserwirtschaft, in der Abwasser- und Klärschlammentsorgung, und bei allen Routinen im Betrieb kommen stets und laufend neue Entwicklungen, mit denen sich die Fachleute an ihrem jeweiligen Arbeitsort auseinandersetzen müssen. Hier helfen besonders die Angebote der DWA – der gemeinsame Erfahrungsaustausch in den Nachbarschaften, das umfangreiche Bildungsangebot der DWA und – ganz aktuell – der neue DWA-Hub, der am Eröffnungstag der IFAT freigeschaltet wurde: www.dwahub.de. Der Hub soll künftig, ab sofort, der zentrale digitale Treffpunkt mit exklusiven Informationen für DWA-Mitglieder und alle, die sich fachlich vernetzen möchten, sein. Viel Spaß beim Ausprobieren und bei der Arbeit damit. dukt anderer Produktionen, die zurückgefahren wurden, nicht mehr anfielen, nicht mehr zuverlässig lieferbar waren? Engpässen bei der Versorgung mit Fällmitteln widmet sich der Beitrag „Resilienzbewertung abwassertechnischer Anlagen gegenüber Fällmittelengpässen“ von Matthias Barjenbruch et al. in diesem Heft. Ebenso interessant ist ein Arbeitsbericht über schwer fällbare Phosphorverbindungen in Abwässern. Der Bericht legt zwar einen Schwerpunkt auf industrielle Abwässer, betont aber, dass die Ergebnisse auch für kommunale Kläranlagen bedeutend seien, und für Kommunen mit Indirekteinleitern ohnehin. Das aktuelle Geschehen scheint über die IFAT – ob mit oder ohne den Zusatz „Munich“ – etwas in den Hintergrund getreten zu sein, wobei Politik, Gesetzgeber, Forschungseinrichtungen und andere Institutionen bestimmt keine „Messepause“ einlegen. Bemerkenswert und wohl zu erwarten ist, dass viele Arzneimittelhersteller Rechtsmittel eingelegt haben, nachdem es das Europäische Gericht im Februar 2026 abgelehnt hatte, sich mit 14 Klagen europäischer Pharmaunternehmen inhaltlich zu befassen. Die Unternehmen wollen klären lassen, ob die erweiterte Herstellerverantwortung auf Humanarzneimittel in der Form wie in der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie festgelegt anwendbar ist, sprich, ob die Hersteller von Humanarzneimitteln und Kosmetika mindestens 80 Prozent der Kosten für Bau und Betrieb von vierten Reinigungsstufen in kommunalen Kläranlagen tragen müssen. Ein weiteres Thema von besonderer Aktualität ist Cybersicherheit und die NIS-2Richtlinie: Sind kommunale Eigenbetriebe von den Vorgaben des NIS-2-Umsetzungsgesetzes betroffen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt dazu Hinweise auf seiner Website (Seite 462 in diesem Heft). In diesem Zusammenhang mögen auch Initiativen zum Umgang mit komplexen Krisenszenarien wichtig und interessant sein, zum Beispiel: Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS hat das SIRIOS Lab in Berlin offiziell eröffnet. In der neuen Forschungs- und Demonstrationsumgebung Das war die IFAT Munich 2026 im Mai: Rund 3400 Aussteller aus 60 Ländern und Regionen, 142 000 Besucher*innen, 300 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Wobei die von der Messe München genannten 142 000 Besucher wohl nicht mit 142 000 unterschiedlichen Personen gleichzusetzen sind, aber hierzu gibt es – wie soll es anders sein – ein Regelwerk und eine Prüfinstanz, die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen. Details sollen uns an dieser Stelle nicht interessieren. Merken wir uns lieber, dass die nächste IFAT in München vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 stattfindet und wie gewohnt die Weltleitmesse der Branche sein wird. Die DWA jedenfalls bot auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches, informatives und unterhaltsames Programm auf der IFAT Munich an: zahlreiche technisch-wissenschaftliche Foren, international besetzte Hochschul- und Berufswettbewerbe sowie die bereits traditionellen Angebote auf den beiden DWA-Ständen in der Eingangshalle West und in Halle B2. Wie an dieser Stelle im Lauf der Jahre immer wieder erwähnt: Für in der Wasserwirtschaft Tätige gibt es, bei aller Bedeutung der Veranstaltung, nicht nur die IFAT, sondern das Leben und die Tätigkeit der Wasserwirtschaftsbetriebe läuft ununterbrochen weiter. Ein Highlight kurz vor der IFAT aus Sicht der DWA war die Vorstellung und Diskussion des neuen DWA-Politikmemorandums in Berlin. Die DWA fordert die Bundespolitik auf, die Weichen für eine zukunftssichere Wasserwirtschaft zu stellen und Resilienz als Leitlinie der Wasserpolitik zu verankern. Rechtliche Rahmenbedingungen und die Sicherung der Finanzierung müssen konsequent daran ausgerichtet werden, betont die DWA in ihrem Politikmemorandum 2026. Schaut man auf die aktuelle geopolitische Lage, kommt die Frage nach der Versorgungssicherheit bei wichtigen Investitionsgütern wie Fällmitteln für die Abwasserreinigung auf. Kann sich ein ähnliches Szenario wie nach dem Überfall von Russland auf die Ukraine wiederholen, wo steigende Energiepreise die Produktion von Fällmitteln für viele Hersteller unrentabel machten bzw. wo Fällmittel als NebenproFrank Bringewski

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/KA Spektrum 462 neue Urinbeutel-Lösungen und separierte Toiletten. Das Klärwerk Wolfsburg-Stahlberg wurde in den 1980er-Jahren errichtet und reinigt das Abwasser von ca. 140 000 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wolfsburg und den angrenzenden Ortschaften der Samtgemeinden Boldecker Land und Brome. Das Klärwerk wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert und modernisiert, unter anderem wurde eine Anaerobstufe zur Energieerzeugung aus Klärschlamm und eine Anlage zur Rückgewinnung des im Abwasser enthaltenen Phosphors errichtet. Im Bau befindet sich die Umrüstung der Nachklärung: Sie wird durch eine Membran-Filterstufe ersetzt. a Beschluss des Bundeskabinetts: Düngerecht wird überarbeitet Die Bundesregierung hat eine neues Düngerecht beschlossen. So sollen Grundwasser, Flüsse und Meere vor schädlichen Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft besser geschützt werden. Die Nitratbelastung soll dabei wirksam verringert werden. Gleichzeitig bleibt Düngen weiterhin möglich, so das Kabinett in einer Mitteilung. Langfristig will die Bundesregierung im Einklang mit dem maßgeblichen EU-Recht ein System der Düngung schaffen, das besonders gewässerschonende Betriebe entlastet. Wer dagegen das Grundwasser belastet, wird stärker in die Pflicht genommen. Dafür will die Bundesregierung ein bundesweites Monitoring einführen. Die Grundlage sind die Bewirtschaftungs- und Düngedaten der Betriebe. Damit soll flächendeckend überprüft werden, wie sich die Düngung auf die Gewässer auswirkt. Für das Monitoring soll so weit wie möglich auf Daten zurückgegriffen werden, die bereits von der Verwaltung erhoben werden oder bereits von den Betrieben zu dokumentieren sind. Ziel ist es, zusätzlichen Aufwand möglichst zu vermeiden. Da mehrere Behörden involviert sein werden, sieht der Gesetzentwurf vor, unnötige Bürokratie zu verhindern: Entgegen der Regel sollen die eingebundenen Behörden die betreffenden Daten austauschen dürfen. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, hat die Bundesregierung bereits im Juli 2025 die Stoffstrombilanzierung aufgehoben. Entsprechend werden die bisherigen Regelungen dazu auch im neuen Düngegesetz gestrichen. Das soll Recht und Verwaltung erheblich vereinfachen. soziotechnischer Systeme“, das heißt das sichere Zusammenspiel von Menschen und Technologien in einer modernen Gesellschaft. https://www.fokus.fraunhofer.de/de/espri/ sirios_lab.html a Schadnagerbekämpfung: Abgabe von Bioziden gestiegen Die Abgabemenge antikoagulanter Rodentizide, die bei der Bekämpfung von Schadnagern wie Ratten eingesetzt werden, ist in den letzten drei Jahren gestiegen. Laut einer Antwort der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 21/5567) auf eine Kleine Anfrage wurde der Bundesstelle für Chemikalien im vergangenen Jahr die Abgabe von 3150,67 Tonnen Rodentizide mit Antikoagulantien der zweiten Generation mitgeteilt. 2024 wurde die Abgabe von 2642,89 Tonnen gemeldet, 2023 waren es 1911,61 Tonnen. Antikoagulante, also blutgerinnungshemmende, Rodentizide der zweiten Generation sind Biozidprodukte, die laut der Antwort der Bundesregierung „diverse bedenkliche Eigenschaften“ haben. Es handele sich um PBT-Stoffe, die schlecht abbaubar und toxisch sind und sich zudem in der Nahrungskette anreichern. Zudem seien sie fortpflanzungsschädlich, heißt es in der Antwort. Daher dürften sie nach EUBiozidverordnung nur ausnahmsweise und für begrenzte Dauer zur Verwendung zugelassen werden. https://dserver.bundestag.de/ btd/21/055/2105567.pdf a Vierte Reinigungsstufe für Klärwerk Wolfsburg-Stahlberg Das Klärwerk Wolfsburg-Stahlberg soll um eine vierte Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination erweitert werden. Die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) bekommen dazu eine Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro vom Land Niedersachsen. In einem gemeinsamen Projekt der WEB und der Fraunhofer-Institute UMSICHT und ISI soll eine Kombination von Membranfiltration mit einer regenerierbaren Adsorberharzstufe und Aktivkohle erprobt werden. Der Baubeginn ist für Ende 2026 anvisiert. Zusätzlich zur Reinigungsstufe auf der Kläranlage trägt das Klinikum Wolfsburg mit vorgeschalteten Maßnahmen zur Reduktion von Röntgenkontrastmitteln im Abwasser bei. Dazu gehören Cybersicherheit/NIS-2Richtlinie: Betroffenheit kommunaler Betriebe Sind kommunale Eigenbetriebe von den Vorgaben des NIS-2-Umsetzungsgesetzes betroffen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schreibt dazu auf seiner Website: „Kommunale Eigen- und Regiebetriebe unterliegen regulär der Aufsicht ihrer Gemeindevertretung oder der zuständigen Verwaltung. Da für sie vorrangig Landesrecht gilt, fallen sie normalerweise nicht unter das NIS-2-Umsetzungsgesetz und damit auch nicht unter die Aufsicht des BSI. Anders verhält es sich jedoch, wenn diese Betriebe kritische Anlagen betreiben oder die Schwellenwerte für wichtige (wE) beziehungsweise besonders wichtige Einrichtungen (bwE) überschreiten. In diesem Fall fallen sie trotz ihrer kommunalen Einbindung in den Anwendungsbereich des NIS2-Umsetzungsgesetzes bzw. des BSIG. Damit wird das BSI zur zuständigen Aufsichtsbehörde. Das Gesetz sieht in § 28 BSIG ausdrücklich vor, dass auch rechtlich unselbstständige Organisationseinheiten als Betreiber gewertet werden können.“ https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ Regulierte-Wirtschaft/NIS-2-regulierteUnternehmen/nis-2-regulierteunternehmen_node.html a Demonstrationsraum und Forschungslabor für komplexe Krisenszenarien eröffnet Ende März 2026 hat das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS das SIRIOS Lab in Berlin offiziell eröffnet. In der neuen Forschungs- und Demonstrationsumgebung werden komplexe Sicherheitsszenarien in einer simulierten Systemumgebung ganzheitlich erlebbar – vom Ausfall kritischer Infrastrukturen über Evakuierungsmaßnahmen bis hin zur Krisenkommunikation. Mithilfe digitaler Gebäude- und Infrastrukturzwillinge, gekoppelter Simulationen und interaktiver Visualisierungen entsteht eine Umgebung, in der Einsatzorganisationen, Verwaltung, Wissenschaft und Betreiber kritischer Infrastrukturen neuartige Methoden und Technologien realitätsnah testen können. Das SIRIOS Lab ist ein Zusammenschluss der Fraunhofer-Institute EMI (Freiburg), FOKUS (Berlin), IOSB (Karlsruhe) und IVI (Dresden). SIRIOS steht dabei für die „Sicherheit

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/Zeitschriften Spektrum 463 gung von Klärschlamm unterzeichnet und die Klärschlamm-Kooperation SchleswigHolstein GmbH (KKSH) gegründet. Die Gesellschafter der KKSH vertreten mit 830 000 Einwohner*innen rund ein Drittel der Bevölkerung von Schleswig-Holstein. In den Kläranlagen des Einzugsgebiets fallen jährlich ca. 71 000 t OS bzw. 17 500 t TS Klärschlamm an. Die Kläranlagenbetreiber im Norden stehen vor der besonderen Herausforderung, dass neben der zurzeit immer noch ungeklärten Frage des Phosphorrecyclings auch keine freien Kapazitäten zur Klärschlammverbrennung in Norddeutschland zur Verfügung stehen. Dies führte zur Erkenntnis, dass diese Herausforderungen am effektivsten in einer Gruppe zu bewältigen sind. Die Kooperation startet nun die europaweite Suche nach einem geeigneten Entsorgungsunternehmen Die gemeinsame Entsorgung ist ab dem Jahr 2029 vorgesehen und wird mindestens bis Ende 2048 andauern. Durch diese langfristige Beauftragung entsteht für potenzielle Entsorger ein attraktiver und planungssicherer Auftrag, der Investitionen in Infrastrukturen ermöglicht. Gleichzeitig profitieren die Bürgerinnen und Bürgern von stabileren und verminderten Kosten, da die langfristige Kalkulationssicherheit preisdämpfend wirkt. In den Gremien der Kooperationspartner wurde das Gesamtkonzept nahezu durchgängig einstimmig beschlossen. Damit sind fast alle Kommunen im nord-westlichen Schleswig-Holstein in der Klärschlamm-Kooperation Schleswig-Holstein GmbH zusammengeschlossen. Größter Anteilseigner in der GmbH ist die Landeshauptstadt Kiel mit dem Klärwerk Bülk (rund 360 000 EW), die kleinste Gemeinde ist Bordelum mit 2000 EW. Auf der Gründungsversammlung wurde der frühere Betriebsleiter des Klärwerks Bülk, Klaus Reichel, zum Gründungsgeschäftsführer gewählt. a Richtfest für neue Klärschlamm Monoverbrennungsanlage in Bielefeld Beim Bau der neuen Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KVA) auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Bielefeld wurde im April 2026 das Richtfest für das KVA-Gebäude gefeiert. Der Bau verläuft nach Mitteilung der Bauherren planmäßig, der Hochbau ist weitgehend abgeschlossen. Die Anlage soll spätestens zum Mit ihrem Gesetzentwurf kommt die Bundesregierung ihren Zusagen gegenüber der EU-Kommission nach. Für die Umsetzung der EU-Nitratrichtline hat sie verbindlich zugesagt, ein erweitertes Monitoring einzurichten. Mit dem Gesetz werden außerdem die nationalen Rechtsgrundlagen zur Durchführung der EU-Düngeprodukteverordnung geschaffen. Dazu gehört das Einrichten und Überwachen von Konformitätsbewertungsstellen, die EU-Düngeprodukte zertifizieren. a Betonbau: Rüsch-Forschungspreis 2027 ausgelobt Bis 1. September 2026 können junge Forschende des Bauingenieurwesens für den Rüsch-Forschungspreis 2027 benannt werden. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird seit 1983 alle zwei Jahre zum Andenken an Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hubert Rüsch an „junge Forschende für eine Forschungsarbeit auf dem Gebiet des Betonbaus“ verliehen. Gestiftet wird der Preis vom Deutsche Beton- und Bautechnik-Verein e. V. (DBV). https://www.betonverein.de/ruesch-­ forschungspreis a Plattform zur Bürgerbeteiligung zum Nationalen Wiederherstellungsplan gestartet Bis zum 25. Juni 2026 haben Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, den Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans (NWP) zu kommentieren. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu erhalten und geschädigte Lebensräume wiederherzustellen. Bis 2030 sollen auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresfläche, die der Wiederherstellung bedürfen, Maßnahmen ergriffen werden, um natürliche Lebensräume in Deutschland zu erhalten und zu entwickeln. Gemäß EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ist jeder EU-Mitgliedstaat aufgefordert, bis September 2026 einen sogenannten Nationalen Wiederherstellungsplan (NWP) einzureichen. https://beteiligung.bundesumweltministerium.de/de/nationaler-wiederherstellungsplan a Bundeskabinett: Gesetzentwurf zum besseren strafrechtlichen Schutz der Umwelt beschlossen Die Bundesregierung will den strafrechtlichen Schutz der Umwelt verbessern. So sollen künftig in besonders gravierenden Fällen von Umweltkriminalität höhere Strafmaße möglich sein. Überdies sollen die Strafverfolgungsbehörden mehr Ermittlungsbefugnisse erhalten in Fällen von besonders schweren Umweltstraftaten. Beispielsweise sollen die Behörden in diesen Fällen erstmals auf verdeckte Ermittlungsmaßnahmen wie die Telekommunikationsüberwachung zurückgreifen können. Auch sollen die Vorschriften für Geldbußen gegen Unternehmen verschärft werden. Diese und weitere Änderungen der umweltrechtlichen Strafvorschriften sind in einem Gesetzentwurf vorgesehen, den das Bundeskabinett am 29. April 2026 beschlossen hat. Der Gesetzentwurf dient auch der Umsetzung der neuen europäischen Richtlinie zum strafrechtlichen Schutz der Umwelt. Der Gesetzentwurf wurde vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie mit enger Einbindung des Bundesinnenministeriums erarbeitet. Er sieht vor allem folgende Änderungen vor: In Fällen, in denen vorsätzlich katastrophale Folgen für die Umwelt hervorgerufen werden (zum Beispiel eine Ölpest), soll zukünftig ausdrücklich eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr gelten. In allen Tatbeständen, die die Gefährdung oder Schädigung bestimmter sogenannter Umweltmedien sanktionieren, soll das „Ökosystem“ als weiteres Umweltmedium aufgenommen werden. Zur Umsetzung der Sanktionsvorgaben der Richtline für juristische Personen soll im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) der Höchstbetrag der Verbandsgeldbuße im Fall von vorsätzlichen Straftaten einer Leitungsperson von derzeit zehn auf künftig 40 Millionen Euro angehoben werden. Im Falle einer fahrlässigen Straftat soll der Höchstbetrag der Verbandsgeldbuße von derzeit fünf auf künftig 20 Millionen Euro erhöht werden. https://www.bmjv.de/SharedDocs/ Gesetzgebungsverfahren/DE/2025_Umweltstrafrecht.html a Klärschlamm-Kooperation Schleswig-Holstein: Kooperationsvertrag unterzeichnet 17 Städte, Kommunen, Verbände und Gesellschaften aus Schleswig-Holstein haben am 15. April 2026 in Strande den Gesellschaftsvertrag zur gemeinsamen Entsor-

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/KA Spektrum 464 zessen Anwendung finden und fossile Brennstoffe ersetzen. Der vom Projektpartner Buss-SMSCanzler GmbH (SMS) entwickelte Mahltrockner wurde am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart erprobt und optimiert. Die Demonstratoren des Flash- und Refiner-Reaktors wurden gemeinsam von zahlreichen Projektpartnern entwickelt und beim Projektpartner Aufbereitung Recycling und Prüftechnik GmbH (ARP) im österreichischen Leoben aufgebaut. Die Pilotanlage verarbeitet bis zu 250 kg Klärschlammpulver pro Stunde. Im nächsten Schritt soll eine erste große Produktionsanlage entwickelt und gebaut werden. 2028 wollen die an FlashPhos beteiligten Industriepartner beginnen, weißen Phosphor im industriellen Maßstab herzustellen. Bis 2050 sollen FlashPhos-­ Anlagen die Hälfte des europäischen P₄- Bedarfs decken können. Das Projekt FlashPhos (Laufzeit: Mai 2021 bis April 2026) wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ von der Europäischen Union mit rund zwölf Millionen Euro gefördert. https://flashphos-project.eu a Berlin: 50 Jahre Klärwerk Münchehofe Vor 50 Jahren, am 29. April 1976, ging das Klärwerk Münchehofe in Betrieb. Es wurde für das Abwasser von rund 300 000 Menschen ausgelegt. Unter den sechs Berliner Kläranlagen ist das Werk vor der östlichen Stadtgrenze das zweitkleinste, östlichste und immer wieder auch innovativste. Das Klärwerk hat die Rieselfelder in Tasdorf, Münchehofe und Schöneiche abgelöst. Behandelt werden in Münchehofe Abwässer aus Teilen von Marzahn, Hellersdorf, Köpenick, Karlshorst und Lichtenberg sowie – eingeleitet vom Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) – aus Erkner, Strausberg, Woltersdorf und weiteren Umlandgemeinden. Erst jüngst hatte die Anlage zusätzlich eine Flockungsfiltration erhalten, mit der der in der biologischen Reinigungsstufe noch nicht komplett abgebaute Phosphor auf nahezu Null, so die Berliner Wasserbetriebe, reduziert wird. Zudem ist eine Prozesswasserbehandlung zur Entfernung problematischer Stickstoffverbindungen errichtet worden. Bis 2032 soll eine Ozonung zur Spurenstoffentfernung entstehen. Aktuell wird im Werk daran geforscht, Ende des Jahres 2027 in den Regelbetrieb überführt werden. Die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage ist ein Gemeinschaftsprojekt der MVA Bielefeld-Herford GmbH und der Klärschlammverwertung OWL GmbH (KSV OWL). „Die bei der Abwasserbehandlung anfallenden Klärschlämme von mehr als 100 Kläranlagen der Gesellschafter der KSV OWL aus ganz Ostwestfalen-Lippe und angrenzenden Gebieten Niedersachsens stellen die Mengenbasis für die Auslastung der KVA dar“, sagt Lars Helmer, Geschäftsführer der KSV OWL. Die KVA ist auf eine Verbrennung von bis zu 35 000 Tonnen Klärschlamm in Trockensubstanz pro Jahr ausgelegt, was einem Durchsatz von bis zu 140 000 Tonnen Originalsubstanz entspricht. Herzstück der Anlage ist ein Wirbelschichtofen mit einer Feuerungswärmeleistung von 12,5 Megawatt, der bereits zu großen Teilen installiert ist. Die bei der Verbrennung entstehende Energie wird künftig zur Erzeugung von Fernwärme genutzt. Damit können bis zu 4400 Haushalte versorgt werden. Zudem schafft die Monoverbrennung die Voraussetzung, den in der Klärschlammasche enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen. https://www.interargem.de/standorte/ owl-ressourcen/bau-und-betrieb a Anlage zur thermochemischen Aufbereitung von Klärschlammaschen in Veitshöchheim geplant In Veitshöchheim (Bayern) wird die erste Anlage geplant, die über das thermochemische Canaphos-Verfahren Phosphor aus Klärschlammasche zurückgewinnen soll. Der Produktionsbeginn ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Es werden jährlich 15 000 t Klärschlammasche verarbeitet und rund 16 000 t Phosphatdünger produziert, der in den regionalen Markt fließen soll. Hinter Canaphos stehen als Gesellschafter und Umsetzungspartner die Michaelis GmbH & Co. KG und die sePura GmbH. Der Firmenname Canaphos leitet sich von Calciumnatriumphosphat ab, dem Zielprodukt dieses Prozesses. Das Canaphos-Verfahren arbeitet nach Angaben der Unternehmen abwasserfrei und nahezu abfallfrei. Der Prozess benötigt lediglich Natriumcarbonat als Aufschlussmittel. Durch gezielte Verfahrensführung können im Prozess für die Anwendung als Düngemittel kritische Schwermetalle abgereichert werden. Zur Ascheaufbereitung setzt Canaphos auf ein in sich geschlossenes Energiekonzept mit überwiegend elektrischer Beheizung und interner Wärmerückgewinnung. Für die Grundvariante mit 15 000 t Klärschlammasche pro Jahr ist laut dem Unternehmen für den Betrieb eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung im vereinfachten Verfahren ausreichend. https://canaphos.de a Neues Verfahren FlashPhos gewinnt aus Klärschlamm Phosphor für die Industrie Weißen Phosphor (P₄) aus Klärschlamm gewinnen: Wie das funktioniert, zeigt das neue thermochemische Verfahren FlashPhos. Es ist nach Angaben der Projektleitung „derzeit die einzige Technologie in Europa, die es ermöglicht, diesen wichtigen Rohstoff umweltfreundlich, effizient und kostengünstig für industrielle Anwendungen herzustellen.“ Ein europaweites Konsortium hat unter Koordination der Universität Stuttgart die FlashPhos-Technologie erforscht und entwickelt. Weißer Phosphor ist für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Elektronikindustrie ein unverzichtbarer Rohstoff. Der globale P₄-Bedarf werde aktuell von nur vier produzierenden Ländern gedeckt. In der EU sei der letzte P₄- produzierende Ofen im Jahr 2012 geschlossen worden, die EU ist seitdem vollkommen von Importen abhängig. Das FlashPhos-Verfahren besteht aus drei Prozessschritten, in denen die Abtrennung des Phosphors vom Klärschlamm vorbereitet und durchgeführt wird. Als erstes wird in einem neu entwickelten Mahltrockner („Dryer-Grinder“) aus dem feuchten Klärschlamm ein feines, nahezu wasserfreies Pulver gewonnen. Dieses Pulver wird dann im „Flash-Reaktor“ in Millisekunden in ein brennbares Gas und phosphathaltige Klärschlammschlacke umgewandelt. Der Prozess findet bei Temperaturen von 1600 °C statt. Die benötigte Energie stammt aus den organischen Bestandteilen des Klärschlammpulvers. Die Klärschlammschlacke wird im letzten Prozessschritt, dem „Refiner“, bei ähnlichen Temperaturen „veredelt“. Als Hauptprodukt entsteht elementarer weißer Phosphor. Weitere Produkte sind ein klimafreundlicher Zementersatz, eine Eisenlegierung und ein Schwermetallkonzentrat für die Metallindustrie. Gase und Abwärme, die während des FlashPhos-Prozesses entstehen, können in weiteren industriellen Pro-

a Korrespondenz Abwasser, Abfall · 2026 (73) · Nr. 6 | www.dwa.info/Zeitschriften Spektrum 465 wie mithilfe von neuronalen Netzen (KI) in der biologischen Reinigungsstufe der Einsatz von Sauerstoff und damit von Energie optimiert werden kann. Mit zwei Blockheizkraftwerken stellt das Klärwerk 83 % seiner Elektroenergieselbst aus Biogas her, das aus dem Klärschlamm gewonnen wird. Die Kläranlage Münchehofe liegt im Verbandsgebiet des WSE und seit der Gründung des Verbandes 1991 gibt es eine Zusammenarbeit beider Wasserver- und -entsorger. Für den WSE haben insbesondere der massive Zuzug ins Berliner Umland, Gewerbeansiedlungen und klimatische Veränderungen zu einer Ausprägung von Abwasser-Spitzen geführt, die die Ablaufwerte der Kläranlage beeinträchtigen können. Aus diesem Grund hat der WSE in den Bau eines Regionalspitzenausgleichsbehälters in Münchehofe investiert. Der 10 000 Kubikmeter fassende Behälter soll Ende 2026 fertiggestellt werden. a Baden-Württemberg: 265 Millionen Euro für die kommunale Wasserwirtschaft Das Umweltministerium von Baden-Württemberg investiert 2026 265 Millionen Euro in die Wasserwirtschaft der Städte und Gemeinden im Land. Die Fördermittel fließen in Projekte der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung, in den Hochwasserschutz und die Gewässerökologie. In diesem Jahr gehen über 87 Millionen Euro in Maßnahmen der Wasserversorgung. Für den Abwasserbereich sind 107,6 Millionen Euro vorgesehen. Mit 70,8 Millionen Euro bezuschusst das Umweltministerium Maßnahmen für den Hochwasserschutz und die Gewässerökologie. a Neue Webseite zum Wassermanagement in der Lausitz online Die Strategische Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung für Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße hat den Start einer neuen Webseite zum Wassermanagement in der Lausitz beschlossen. Ziel der Plattform ist es, zentrale Informationen zu bündeln, den aktuellen Stand der Arbeiten der Arbeitsgruppe nachvollziehbar darzustellen und damit die Öffentlichkeit frühzeitig einzubinden. Mit der Fertigstellung des wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepts Lausitz wird derzeit für das Jahr 2028 gerechnet. Das länderübergreifende Gremium vereint die für die Wasserwirtschaft zuständigen Ministerien und Behörden aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Fokus der Arbeitsgruppe steht eine der größten umwelt- und strukturpolitischen Herausforderungen der Region: die tiefgreifenden Auswirkungen des Braunkohlebergbaus und des beschlossenen Kohleausstiegs auf den Wasserhaushalt. https://www.wassermanagement-lausitz. de a Textiler Kaskadenfilter gegen Mikroplastik im Abwasser Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben einen textilbasierten Kaskadenfilter zur Entfernung von Mikroplastik aus Abwasser entwickelt. Dieser Kaskadenmikrofilter besteht aus drei Stufen dreidimensionaler textiler Sandwich-Verbundfiltermedien aus Polypropylengewebe und einem 3D-Abstandsgewirk, wobei die Stufen immer feinere Poren aufweisen. Sie sind darauf ausgelegt, Mikroplastikpartikel bis zu einer Größe von 1,5 μm herauszufiltern. Um den Filter zu reinigen und seine volle Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, wurde ein Rückspülsystem mit Druckluft integriert. Da sich der „Filterkuchen“ vom Gewebe auf das Abstandsgewirk verschiebt, sind Rückspülungen seltener erforderlich. Feldversuche in einer industriellen Wäscherei und einer kommunalen Kläranlage bestätigten nach Angaben der DITF eine Abscheideleistung der Mikrofilterkaskade von 89,7 Prozent und 98,5 Prozent. Die Menge der pro Waschgang und pro Kilogramm Textilien freigesetzten Mikrofasern wird auf 12 bis 1400 Milligramm geschätzt. Kläranlagen können bereits einen großen Teil der Mikroplastikpartikel aus dem Abwasser entfernen, wodurch der Mikroplastikgehalt nach Aussage der DITF um bis zu 99 Prozent reduziert wird. Durch die große Menge Abwasser können Kläranlagen trotzdem noch beträchtlich zur Belastung der aquatischen Lebensräume mit Mikroplastik beitragen. a Bayernweite Hinweiskarten zu Georisiken veröffentlicht Das Bayerische Umweltministerium baut die Vorsorge gegen Naturgefahren weiter aus: Nun stehen zum Schutz vor Georisiken Hinweiskarten für den gesamten Freistaat zur Verfügung. Der Geologische Dienst am Bayerischen Landesamt für Umwelt hat mit den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen bereits vorliegende Informationen vervollständigt. Der Datensatz wird fortlaufend ergänzt und anlassbezogen aktualisiert. Wesentliche Planungsgrundlagen sind damit nun für ganz Bayern im Internet verfügbar. Die im UmweltAtlas veröffentlichten Hinweiskarten liefern wichtige Daten für Infrastruktur und Regionalplanung sowie für Bürgerinnen und Bürger. Georisiken sind transparent und kostenfrei dargestellt. Sie zeigen, wo Baugebietsausweisungen unbedenklich oder wo Schutzmaßnahmen für Straßen und Siedlungen notwendig sind. Zusammenfassend sind rund fünf Prozent der bayerischen Landesfläche als potenziell anfällig für Geogefahren-Prozesse eingestuft. Gefahrenhinweiskarten und Massenbewegungen Karten und Daten: Standortauskunft Geogefahren: www.gfa-news.de/gfa/webcode/ 20260413_001 a Klimawandel und wassergesteuerte Materialien: Exzellenzcluster bewilligt Fünf Exzellenzcluster wurden den Hamburger Universitäten für die Förderperiode 2026–2032 bewilligt, darunter Climate, Climatic Change and Society (CliCCS) an der Universität Hamburg und BlueMat: Wassergesteuerte Materialien an der Technischen Universität Hamburg. Im Exzellenzcluster Climate, Climatic Change and Society (CliCCS) werden Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Gesellschaft untersucht mit dem Ziel, wissenschaftliche Grundlagen für gesellschaftliche Transformationsprozesse zu schaffen. Die übergreifende Frage lautet: Welche Klimazukünfte sind möglich und welche plausibel? Im Exzellencluster BlueMat: Wassergesteuerte Materialien wird die Entwicklung von Materialien, die durch das Zusammenspiel mit Wasser neue Eigenschaften entwickeln, untersucht. Die Forschungsansätze sind inspiriert von natürlichen Prozessen. Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder ist eines der größten deutschen Förderprogramme für die Spitzenforschung in Deutschland. 75 Prozent der Kosten trägt der Bund 75 Prozent, 25 Prozent die Länder. https://www.cliccs.uni-hamburg.de/de.­ html https://www.tuhh.de/bluemat/homepage a

RkJQdWJsaXNoZXIy MTY1NTA0