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21.11.2018

IKT: Neubau einer Starkregen-Prüfanlage in Gelsenkirchen

Das Gelsenkirchener IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur errichtet einen nach eigenen Angaben weltweit einmaligen Prüfstand für Starkregen und urbane Überflutungen. Das Vorhaben wird mit 9,18 Millionen Euro öffentlich gefördert: Die Fördermittel werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zu 35 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen erbracht. Ziel der Maßnahme ist, Überflutungen durch lokale Starkregen zu verhindern und Menschen und Gebäude schützen. Wegen der komplexen Verhältnisse, vor allem in den Innenstädten, lassen sich Lösungen nur sehr schwer allein am Computer erarbeiten. Daher hat das IKT einen neuen Prüfstand konzipiert, mit dem im Maßstab 1 : 1 realitätsnah simuliert wird, wie Regenwasser auf Straßen, Wohn- und Gewerbegebieten abfließt. Mit der neuen Einrichtung bilden IKT-Forscher ganze Straßenabschnitte nach, inklusive aller dazu gehöriger Einbauten wie Bordsteine, Rinnen, Gullys, Abwasserschächte und -leitungen sowie modernster Geräte zum Regenwasserrückhalt. Sogar Straßenneigungen bis zehn Prozent sind möglich. Die Versuchsaufbauten werden Starkregenmassen von 1000 Liter pro Sekunde und Hektar ausgesetzt. Damit könnte man ein Bundesliga-Spielfeld in einer guten viertel Stunde knöcheltief unter Wasser setzen. Großflächige Überflutungen von Straßen und Plätzen werden darüber hinaus mit einem Wasserschwall von 250 Liter pro Sekunde simuliert. Damit ließen sich zwei Badewannen in einer Sekunde füllen. Die Forschungsergebnisse des IKT werden Rückschlüsse zulassen für die künftige starkregensichere Gestaltung von Straßen, Geh- und Radwegen sowie Unterführungen. Ebenso wird erkennbar, wie man Gebäude besser schützt. Vor allem den Kommunen will das Institut praxisbezogene Erkenntnisse liefern, die vor Ort zielgerichtet eingesetzt werden können. Aber auch die Umweltverwaltung kann erkennen, welche technischen Vorschriften und rechtlichen Vorgaben sinnvoll sind und welche eventuell geändert werden müssen. Die neue IKT-Prüfanlage wird auch über einen Steuer‐ und Regelstand verfügen, mit dem Messdaten und Videobilder der Versuche in Echtzeit visualisiert und über das Internet übertragen werden. Damit können Wissenschaftler weltweit die in Gelsenkirchen laufenden Versuche beobachten und kommentieren.

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser überreicht den Förderbescheid an IKT-Geschäftsführer Roland W. Waniek (r.) und den Wissenschaftlichen Leiter des IKT, Prof. Bert Bosseler, am 27. November 2018.

Webcode: 20181121_003