Anzeige


17.10.2018

Kraftstoff aus Abwasser und erneuerbaren Energien durch Plasmalyse

Das Berliner Technologie-Unternehmen Graforce hat ein neues Verfahren vorgestellt, bei dem unter Einsatz von Abwasser E-Gas, ein kostengünstiger, umweltfreundlicher Kraftstoff für Fahrzeuge sowie Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung, entsteht. Graforce kooperiert dabei mit den Berliner Wasserbetrieben, die das zur Energiegewinnung nötige Abwasser - in diesem Fall Zentrat- und Brüdenwasser - zur Verfügung stellen. Kernstück des Verfahrens ist die von Graforce entwickelte Plasmalyse: Sie erzeugt „ressourcenschonend und mit hohem Wirkungsgrad”, so das Unternehmen, Wasserstoff. Mit Biogas gemischt, entsteht auf diese Weise E-Gas. Die Kosten für die Herstellung des Wasserstoffs bezeichnet Graforce als „außergewöhnlich niedrig”: Während die Kosten für die Wasserstoff-Herstellung in herkömmlichen Verfahren bei sechs bis acht Euro pro Kilogramm Wasserstoff liegen, sind es mit dem Plasmalyzer lediglich drei Euro (Basis: 0,08 Euro Stromkosten pro kWh). Graforce betreibt eine Demonstrationsanlage im Technologiepark Berlin-Adlershof, in der durch Plasmalyse aus Schmutzwasser Wasserstoff hergestellt wird. Da für das Verfahren regenerativer Strom genutzt wird, ist die Wasserstoff-Herstellung laut Graforce „vollständig klimaneutral und schadstofffrei”. Aufgrund der vielversprechenden Vorversuche ist eine Pilotanlage auf einem Berliner Klärwerk geplant. Dort soll der aus den Abwässern gewonnene Kraftstoff unter anderem zur Betankung der eigenen Fahrzeugflotte genutzt werden. Während der kommunale Bereich bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen verstärkt auf Elektroantriebe setzt, existieren für größere Fahrzeuge bislang keine Alternativen zu herkömmlichen Kraftstoffen. Die Berliner Wasserbetriebe prüfen, ob diese Lücke künftig mit umgerüsteten Großfahrzeugen und selbst erzeugtem E-Gas geschlossen werden kann. Außerdem soll untersucht werden, ob sich das E-Gas auch als Brennstoff für die betriebseigenen Blockheizkraftwerke zur Emissionsreduktion eignet. Weiterer Partner ist die Audi Industriegas GmbH: Das Unternehmen prüft, ob die Plasmalyse-Technologie am Standort Werlte nutzbringend eingesetzt werden kann, um die Wasserstoffausbeute und die Gesamteffizienz zu erhöhen. Audi die Plasmalyse-Technologie seine E-Gas-Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff integrieren und gleichzeitig anfallendes Abwasser reinigen.

Webcode: 20181017_001