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02.10.2018

Invasive Fischarten verdrängen heimische Arten

In den bayerischen Gewässern droht ein Wechsel der Fischarten. Viele heimische Fischarten sind vom Aussterben bedroht, einige invasive Arten nehmen hingegen in ihren Beständen zu. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) aufgrund der Auswertung von Langzeitdaten zu den Fischbeständen der oberen Donau, Elbe und des Mains. Im Auftrag des bayerischen Landesamtes für Umwelt und finanziert durch das bayerische Umweltministerium analysierten die Wissenschaftler alle verfügbaren Fischdatensätze für die bayerischen Einzugsgebiete von Donau, Elbe und Main über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Sie verglichen den Zustand mit dem historisch abgeleiteten Referenzzustand der ursprünglich vorkommenden Arten an den jeweiligen Stellen. Die Studie ”Comprehensive analysis of > 30 years of data on stream fish population trends and conservation status in Bavaria” belegt, dass heimische Charakterarten wie die Äsche, nach der früher eine Flussregion benannt wurde, sowohl in der Fläche als auch in ihren Bestandszahlen im Vergleich zum historischen Referenzzustand massiv eingebrochen sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei anderen spezialisierten Fischarten, deren Lebensräume durch Verschlammung, höhere Wassertemperaturen und durch von Dämmen verbaute Gewässer stark beeinträchtigt sind. Viele der besonders gefährdeten Arten besitzen einen komplexen Lebenszyklus und sind in verschiedenen Lebensphasen auf spezielle Bedingungen angewiesen. Liegen diese speziellen Bedingungen nicht mehr vor oder können die Tiere nicht zwischen Teillebensräumen wandern, dann bekommen sie Probleme. Ein neues Ergebnis der Studie ist außerdem, dass Arten, die wie der Hasel früher als häufige Allerweltsarten galten, ebenfalls im Vergleich zum historischen Referenzzustand rückläufig sind. Im Gegenzug breiten sich Arten, die nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum haben, die sogenannten Generalisten, nun weiter aus. Darunter sind besonders viele gebietsfremde Fische, die wie Regenbogenforelle oder Blaubandbärbling absichtlich oder wie die Schwarzmeergrundeln unbeabsichtigt über das Ballastwasser von Schiffen nach Mitteleuropa kamen. Die Forscher haben die Studie in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Biological Conservation” veröffentlicht:

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