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29.05.2018

Fluten in China schwächen auch die US-Wirtschaft

Nicht nur Klimawandel ist ein globales Thema, auch die Schäden lokaler Extremniederschläge wirken sich weltweit negativ aus. Zu dieser Erkenntnis kommt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einer aktuellen studie. Weltweit könnten danach zunehmende Fluss-Überschwemmungen zu regionalen Produktionsausfällen führen, verursacht durch die globale Erwärmung. Das würde nicht nur lokale Volkswirtschaften in der ganzen Welt beeinträchtigen - die Auswirkungen würden sich weiter durch das globale Handels- und Liefernetzwerk ausbreiten, wie die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie zeigt. Die Studie zeigt, dass Fluss-Überschwemmungen in China ohne weitere Anpassung innerhalb der nächsten 20 Jahre um 80 Prozent zunehmen könnten, und dies wiederum auch mit wirtschaftlichen Ausfällen für die EU- und US-Industrie einhergehen würde. Ohne weitere Anpassungsmaßnahmen könnte der Klimawandel die wirtschaftlichen Ausfälle durch Flussfluten innerhalb der nächsten 20 Jahren weltweit um mehr als 15 Prozent, auf insgesamt rund 600 Milliarden US-Dollar, ansteigen lassen. Die Studie basiert auf Prognosen von weltweiten Flussfluten der nächsten zwanzig Jahre auf regionaler Ebene, die bereits durch den bisherigen Treibhausgasausstoß des Menschen in unsere Atmosphäre bestimmt sind - die Auswirkungen nach 2035 hängen von den zukünftigen zusätzlichen Emissionen ab. Die Autoren untersuchen die gesamtwirtschaftliche Netzwerkreaktion auf Schocks infolge von Überschwemmungen unter Berücksichtigung der inneren Dynamik des internationalen Handels. Sie tun dies mit dem eigens dafür entwickelten Acclimate-Modell, einer dynamisch-ökonomischen Computersimulation. China könnte ohne wesentliche Anpassungsmaßnahmen die größten direkten wirtschaftlichen Ausfälle durch Flussfluten erleiden - insgesamt mehr als 380 Milliarden US-Dollar an wirtschaftlichen Verlusten in den nächsten 20 Jahren, einschließlich natürlicher Überschwemmungen, die nicht mit der globalen Erwärmung zusammenhängen. Dies entspricht etwa fünf Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Chinas. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten könnten hingegen überwiegend von indirekten Schäden betroffen sein, die durch die weltweit vernetzten Handels- und Lieferketten weitergegeben werden. In den USA könnten die direkten Schäden bei etwa 30 Milliarden US-Dollar liegen, während die indirekten Schäden innerhalb der nächsten 20 Jahre rund 170 Milliarden US-Dollar betragen könnten. Die EU wird aufgrund ihrer ausgeglichenen Handelsbilanz weniger von den indirekten Schäden durch klimabedingte Überschwemmungen in China betroffen sein. Die Studie „Global economic response to river floods” ist in Nature Climate Change [DOI:10.1038/s41558-018-0173-2] erschienen.

Webcode: 20180529_001