Anzeige

04.04.2017

Übermäßige Grundwassernutzung bedroht weltweite Lebensmittelversorgung

Die gegenwärtige Übernutzung des Grundwassers kann langfristig zu erheblichen Problemen bei der globalen Lebensmittelversorgung führen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam des University College London, des Senckenberg Forschungsinstituts, der Universität Klagenfurt, der NASA und des International Institute for Applied Systems Analysis. Laut den Untersuchungen der Forscher ist weltweit die Menge an nicht-erneuerbarem Grundwasser, das zur Bewässerung genutzt wird, von 2000 bis 2010 um 22 Prozent angestiegen. Elf Prozent des übermäßig genutzten Grundwassers fließen in den Bewässerungsanbau von international gehandelten Lebensmitteln. Hauptexporteur von landwirtschaftlichen Produkten, die mit nicht- erneuerbaren Grundwasser angebaut wurden, ist Pakistan (29 Prozent des nicht-erneuerbaren Grundwassers, das weltweit zum Anbau gehandelter landwirtschaftliche Produkte eingesetzt wird), gefolgt von den USA (27 Prozent) und Indien (12 Prozent). Beim Import ist China der Spitzenreiter (9 Prozent des nicht-erneuerbaren Grundwassers, das weltweit zum Anbau gehandelter landwirtschaftliche Produkte eingesetzt wird), gefolgt von den USA und Iran. Für Deutschland liegt dieser Wert immerhin bei 2,5 Prozent und damit deutlich über dem Anteil der Deutschen an der Weltbevölkerung. Die Liste der Produkte, die im internationalen Handel das meiste nicht-erneuerbare Grundwasser ‚im Gepäck haben‘ wird angeführt von Reis (29 Prozent der Gesamtmenge an nicht-erneuerbarem Grundwasser). Mit Abstand folgen Weizen (12 Prozent) und Baumwolle (11 Prozent), Mais (4 Prozent) und Sojabohnen (3 Prozent). Beim Anbau in trockeneren Regionen werden häufig konventionelle Berieselungssysteme eingesetzt. Sie stehen in der Kritik, weil die Entnahmeraten 20 bis 50 Mal über der Menge an Grundwasser liegen, die als erneuerbar eingeschätzt wird. Die Forscher haben die Ergebnisse in der Studie „Groundwater depletion embedded in international food trade” in der Fachzeitschrift „Nature” veröffentlicht (DOI 10.1038/nature21403).

Weiterführende Links
Download des Originalbeitrags

Webcode: 20170404_001