10.03.2017

Neue Biosensoren weisen Medikamente nach

Mit neu entwickelten Biosensoren sollen sich Pharmazeutika im Wasser effektiver als bisher erfassen lassen. Zwei pharmazeutische Wirkstoffklassen ‒ Beta-Blocker und nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) ‒ können mit den neuen Bisosensoren in Echtzeit und bereits in geringen Konzentrationen gemessen werden. Nachdem die Biosensor-Zelllinien Kontakt mit Pharmazeutika in Umweltproben hatten, erscheint innerhalb von Sekunden ein Fluoreszenzsignal. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sensoren erfassen sie so die Wirkung von Chemikalien in der Zelle in Echtzeit und vermeiden Falschinformationen, wie sie in Systemen auftreten können, die erst nach Stunden Signale erzeugen. Dadurch besitzen die Testsysteme eine sehr hohe Sensitivität im Nanomolarbereich (ein Millionstel Promille), die vergleichbar mit der chemischen Analytik ist. Durch ihre Funktionsweise können die Biosensoren zudem die Wirkung künftiger Beta-Blocker oder NSAIDs aufspüren, obwohl deren chemische Struktur noch gar nicht bekannt ist. Entwickelt hat die Biosensoren ein Team aus Biologen, Biochemikern und analytischen Chemikern im Verbundprojekt „EffPharm”. Koordiniert wurde das vom Umweltbundesamt geförderte Projekt von der Tübinger Ökotoxikologin Prof. Rita Triebskorn. Die Studie „Two novel real time cell-based assays quantify beta-blocker and NSAID specific effects in effluents of municipal wastewater treatment plants” wurde in der Zeitschrift Water Research publiziert (http://dx.doi.org/10.1016/j.watres.2017.02.036)

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Original-Veröffentlichung

Webcode: 20170310_001